AJSC Rundbrief

Rundbrief # 4

Steyl - Januar 10, 2006

SSpS / SVD / SSpSAP


Herzliche Grüsse zum Neuen Jahr vom Zentralteam des AJSC in Steyl! Möge 2006 ein gnadenreiches Jahr für Sie in Ihrem Dienst in der spirituellen Animation werden.

 

Inhaltsübersicht:

  1. Einiges zum Überlegen
                       Visionäre in der heutigen Welt - Mike Somers
  2. 2006 – Ein besonderes Jahr für die SVD
  3. Internationales Formatorinnenseminar SSpS
  4. Zwei Tote
    Cyprianus Setyawan  - früheres Mitglied unseres Teams
    Birgita Kewa – Mutter von Simon
  5. Aktivitäten des AJSC
  6. Veröffentlichungen
  7. In Kontakt bleiben

 


1. Einiges zum Überlegen

Dieser Rundbrief hat den Zweck, denjenigen unter uns, die ein aktives Interesse an der spirituellen Animation haben, eine kleine Hilfe zu bieten durch die Weitergabe dessen, was das Zentrum tut, und gelegentlich bekannt zu machen, was innerhalb unserer Gemeinschaften vor sich geht. Ausserdem wird in jeder Ausgabe ein kurzer Artikel von etwa einer Seite stehen, der versucht, unsere Leser zum Nachdenken zu bringen. Wir bringen auch gern ähnliche Artikel die uns von unseren Lesern zugesandt werden. In der Folge stellen wir Ihnen einen Artikel von einem Mitglied des Teams vor.



Menschen mit Weitblick in der heutigen Welt   Michael Somers AJSC

In letzter Zeit hatte ich das grosse Glück, einen sehr interessante Film “Whale Rider” sehen zu können. Ich war fasciniert vom Mut des jungen Mädchens, Pai, die der Srömung der Tradition die Stirn bietet und so ihren Stamm befähigt, wieder an die uralte Lebenskraft ihrer Vorfahren anzuknüpfen. Gleichzeitig habe ich mit Koro, dem alten Traditionalisten sympathisiert, der einem alten Wal gleich, in einer fremden Gegenwart gestrandet zu sein scheint. Ich war begeistert von der Art und Weise wie er manchmal die Grenzen seines  vorher streng verschlossenen Gesichtskreises überstieg.

Vielleicht war es ein Symbol meiner Erfahrungen des vergangenen Jahres,  in dem ich verschiedene Missionen besuchte, zwischen Exerzitienkursen und Seminaren. Ohne Unterlass wird unter Schmerzen neues Leben geboren, während wir Altes und zu seiner Zeit ohne Zweifel Richtiges aus den Händen geben müssen. Es gibt so viele Bilder von frischem Leben, mit denen wir konfrontiert werden: zum Beispiel der Enthusiasmus unseres Schwestern und Mitbrüder in Cuba, ihre Bereitschaft, darüber nachzudenken, xwelchen Sinn ihre Erfahrungen für sie beinhalten, die Zusammenkünfte junger Menschen in verschiedenen europäischen Provinzen, wo sie im Gebet ihr gemeinschaftliches Leben teilen, das Engagement und der Wunsch so vieler Missionare, Arnold Janssens Traum neu zu träumen in ihrem Bemühen, die am  Rand lebenden Menschen zu erreichen; ihr Eingehen auf andere, neue Kulturen, ihre Aufrichtigkeit, ihr Mut und ihre Sicht von Zusammenarbeit, und die, die sich für Gerechtigkeit einsetzen.

Es gibt auch Momente des Verhaftetseins an die Vergangenheit, des Festklebens am Gestern, der Angst, sich der neuen Wirklichkeit, die sich uns heute bietet, zu stellen. Diese Haltungen geben sich zu erkennen im Unvermögen, mit neuen Gebetsformen umzugehen, oder eine Zukunft für unsere Institutionen in den Blick zu nehmen, oder sogar ein neues Verhältnis zu unserer Kirche und unserer Welt zu finden.. Manchmal sind wir versucht, nur in den Geschichten der Vergangenheit den Sinn der Gegenwart zu finden, und schauen auf Menschen und Dinge, die tot und vergangen sind. Aber unser Gott ist ein Gott der Lebenden. Wir können die Stimmen der Jungen und ihrer Nöte heute überhören, weil wir, wie Koro, nur die Tonbänder von gestern in unseren Köpfen vernehmen.

Die Vorbereitung auf das kommende Generalkapitel erinnert uns daran, dass das, was wir mit dem Herzen tun, das ganze Universum beeinflusst. Sie lädt uns dazu ein, unsere Spiritualität der Gemeinschaft von Brüdern und Schwestern in Dialog und Beziehung zu vertiefen. Unser Leben in der Vergangenheit war oft hinter Klostermauern eingeschlossen, und unser Interesse auf die “Mission der Kirche” beschränkt. Das für das nächste Generalkapitel gewählte Thema und die Arbeit  der Vorbereitungskommission fordern uns auf, unsere Welt von heute anzuschauen, das ganze Universum zu betrachten, und teilzunehmen an den Sorgen und Geschäften, die den Menschen von heute umtreiben.

Die Mystiker sind Gottes letzte Möglichkeit mit uns. Sie sind Träumer. Sie sind   nicht gelähmt von Regeln und Doktrinen. Sie haben Gott gefunden und sind von ihm elektrisiert. Er erfüllt sie mit einer hinreissenden Vision und mit Hoffnung für eine gesündere Welt: Menschen wie Doroty Day,  Martin Luther King, Romero y Gandhi... Gottes Geist jubelt in den Visionären und denen, die sich um den Frieden mühen, wie er es in Arnold Janssen getan hat. In einer hungrigen, müden und suchenden Welt, zeigt sich die Gegenwart Gottes in den Menschen die offen sind für das Mystische. Wir sind herausgefordert hinzuhören, wenn wir in unserer verängstigten und unsicheren Welt die heilmachende Vision und Gottes Traum für die Menschheit  wahrnehmen wollen.

 

2. 2006 – Ein besonderes Jahr für die SVD

Für die SVD wird 2006 wird ein besonderes Jahr sein, denn im Juni/ Juli wird das 16. Generalkapitel stattfinden. Das grosse Thema des Kapitels hat besondere Bedeutung für unsere Aufgabe der spirituellen Animation. Tatsächlich, vier der fünf Unterthemen , Spiritualität, Gemeinschaft, Formation und Leitung, deren Zweck es ist, die Auswirkungen  unserer Mission als Dialog darzustellen, sind auch die Schlüsselthemen unseres AJSC-Programms. Wir hoffen, dass die Diskussionen über das Arbeitspapier durch die verschiedenen Haus-und Provinzkapitel, jeder Kommunität und jedem Mitglied dazu helfen konnten, diese Themen zu überdenken, um sich angerufen und inspiriert zu fühlen, was unsere missionarische Antwort an den Geist betrifft.

Die Monate vor der Eröffnung des Generalkapitels am Pfingstsonntag, dem 4. Juni, bilden die zweite Hälfte des “Jahres der Missionare des Göttlichen Wortes, die die Bibel lesen”. Hier in St. Michael, in Steyl, wurde die Vesper zweimal in der Woche ersetzt durch kontinuierliches Lesen der Apostelgeschichte und des Lukasevangeliums. Jeden Samstagabend hörte die Kommunität während einer halben Stunde  eine Lesung aus dem Neuen Testament, auf Band gesprochen.  Wir hoffen, dass die verschiedenerlei Initiativen in eurer eigenen Provinz und der jeweiligen Kommunität helfen mögen, die Herzen weiter zu öffnen für das Wort des Lebens.

 

3. Internationales Seminar für Formatorinnen SSpS     (11.September – 05.Oktober 2005)

Das Seminar, in englischer und spanischer Sprache, fand in Steyl statt. Es wurde vom Team der Generalleitung vorbereitet; die gesamte Generalleitung nahm   auch von Anfang bis Ende daran teil. Es waren 54 Schwestern, aus jedem Land eine. Zwei SSpSAP waren auch eingeladen als Teilnehmerinnen, ebenso zwei Brüder SVD, für die ganze Dauer des Seminars, insgesamt 71 Personen, einschliesslich  der Mitarbeiterinnen und Gäste. Hauptthema war die weiterführende Formation.

3 Konferenzianten wurden einbezogen für bestimmte Themen in den vier Blöcken.
Erster Block: “Grundlegende Principien der weiterführenden Formation”
Zweiter Block: “Jesus der Missionar”
Dritter Block: “Unsere Wurzeln und unsere Spiritualität”, einschliesslich der Pilgerfahrten und der begleiteten Reisen zu den Orten die mit unserer Gründergeneration verbunden sind. Es wurden dabei auch die Beziehungen zu den Kapiteldokumenten sichtbar gemacht.
Vierter Block: “Frauen als Jüngerinnen von Jesus dem Missionar.” (Gelübde).
Emmi, Matilde und Mike nahmen am ganzen Programm teil, da sie für die Spiritualität und für die Reisen zu den für uns bedeutsamen Orten zuständig waren. Franziska betraf der Teil über “Jesus der Missionar.”

 

 

4. Zwei Tote

                            Cyprianus SetyawanEhemaliges Mitglied des AJSC

Wir waren alle bestürzt, als die Nachricht vom Tod P. Setyawans SVD, am 11. Oktober 2005, bei uns eintraf. P. Setyawan wurde am 20. August 1942 auf Bali, Indonesien, geboren. Seine Eltern zählten zu den ersten Christen der Insel. P. Setyawan erzählte manchmal, dass seine Eltern, nach ihrem Übertritt zum Christentum, in ihrer Umgebung viel zu leiden hatten. Aber sie nahmen sich weiterhin in Liebe derer an, die Not litten und mühten sich, nicht zurück zu schlagen. Diese Haltung beeindruckte mit der Zeit die andern, so dass immer mehr Leute am Ort sich dem christlichen Glauben zuwandten. Er trat ins Noviziat der Steyler in Ledalero und wurde am 3. Juli 1973 zum Priester geweiht. Als solcher diente er an verschiedenen Stellen und in verschiedenen Aufgaben. Er war Präfekt im Seminar der Diözese Malang als er zum Provinzobern der Provinz Java gewählt wurde, von 1989- 1995. Von 1996 – 2003, war P.Setyawan Mitglied des AJSC und lebte hier in Steyl. Er tat viel, um in Indonesien die Spiritualitätsteams aufzubauen und zu erweitern. In 2005 wurde er zum Koordinator des AJSC in Indonesien ernannt. Zum Zeitpunkt seines Todes war er dabei ein dreimonatiges Terziatsprogramm auf Timor zu koordinieren. Er starb an einem Herzleiden, kompliziert durch Diabetes.

In seinen Mitteilungen im Team sprach er oft von “Gottes mütterlicher Liebe”.
Sein bevorzugtes Bild von Jesus war “Christus, der lachende Mann der Morgendämmerung”.Er hatte in seinem Zimmer ein grosses Bild vom lachenden Christus. Er selber, P. Setyawan , konnte herzlich lachen. Da er auf Bali zu Hause war, hatte der Sonnenaufgang für ihn eine besondere Bedeutung. Sein unerwarteter Sonnenuntergang hat ihn sicherlich verwandelt in einen “lachenden Mann der Morgendämmerung”.


                    Die Mutter von Simon – Birgita Kewa

Am 9. Dezember erhielt P. Simon Bata , der seit einem Jahr Mitglied des Teams war, die Nachricht vom Tod seiner Mutter Birgita. Sie war 75 Jahre alt und kränklich, aber für Simon war die Nachricht ein harter Schlag, denn er war seiner Mutter besonders verbunden. Am 17. Dezember kehrte er nach Adonara, seiner kleinen heimatlichen Insel zurück, um an der Begräbnisfeier der Familie teil zu nehmen. Es wird eine glücklich-traurige Feier gewesen sein, denn Simon hatte zwei seiner Brüder seit seiner Priesterweihe nicht mehr gesehen. Er wird noch für einige Zeit in Indonesien bleiben, um dort mit den Obern und den Mitgliedern des SAT zusammen das AJSC-Programm in der Zukunft zu planen.

 

5.  Aktivitäten des AJSC

Wie oben erwähnt, Matilde, Emmi und Mike waren vollauf vom SSpS-Formatorinnenseminar in Anspruch genommen. Franziska orientierte  einige Tage des Studiums über ihr Buch: “Jesus der Missionar”, bevor sie nach Brasilien und Paraguay flog. Dort gab sie einige Exerzitienkurse und ein Seminar für SSpS und gottgeweihte Laien, deren echter Wunsch, tiefer in das geistliche Leben hinein zu wachsen, sehr ermutigend und anregend wirkt. In ähnlicher Weise gab sie vier Besinnungstage für Mitglieder der MHGG in Deutschland, mit 60-65 Teilnehmer/Innen jedes Mal. Die MHGG ist eine Laiengemeinschaft die sich den SSpS und unseren Missionen besonders verpflichtet weiss. Mit den Laien auf diese Weise mehr in Verbindung zu kommen ist etwas, was das Team mehr zu entwickeln wünnscht. Franziska gab auch ihrem speziellen Dienst der Begleitung kontemplativer Exerzitien weiterhin Raum in dreien dieser Kurse.

Simon leitete die Exerzitien der Kommunität der Anbetungsschwestern in Utrecht, wie auch die einiger Einzelpersonen in Steyl. Peter war ebenso mit den SSpSAP beschäftigt. Er gab begleitete und gepredigte Exerzitien, in vier ihrer
Klöster in den USA. Ausserdem gab er den SSpS  ein Seminar über ihr Kapiteldokument und einen Einkehrtag für die SVD in Techny, der auf deren eigenem Kapiteldokument basierte. Ein begleiteter Kurs für eine gemischte Gruppe, SSpS und SVD war eine bereichernde Erfahrung über unsere gemeinsame Spiritualität.

In ähnlicher Weise war es auch für Emmi und Mike. Ihr Seminar über Spiritualität und die begleiteten Exerzitien für SSpS und SVD in Cuba waren eine tiefe Erfahrung über unsere gemeinsam gelebte Spiritualität. Beide waren beeindruckt vom Lebensstil der Schwestern und Mitbrüder, die es nicht nötig haben, wie viele von uns, die in normalen Kommunitäten leben, sich von Zeit zu Zeit über ihre Lebensweise zu hinterfragen. Die Einfachheit ist ihnen auferlegt von der Situation der Armut des Landes. Emmi blieb länger, um mit den Kommunitäten das jüngst stattgefundene Formatorinnenseminar zu besprechen.

Mike musste sich beeilen mit der Rückkehr, um während der europäischen Zonenversammlung in Portugal seinen Teil zu übernehmen. Sein Thema war: “Spiritualität der SVD in einem säkularisierten Kontext.” Wir überlegen, wie wir diese Koferenz am besten veröffentlichen. Ein wenig später sprach Emmi während eines öffentlichen Seminars, ebenfalls in Portugal, über die Rolle der SSpS in der Evangelisation in Indien. Die Organisatoren beabsichtigen die Veröffentlichung dessen, was im Seminar besprochen wurde.

Der gebräuchlichen Praxis folgend, verbrachte der Erneuerungskurs der SVD (Terziat) zwei Wochen in Steyl bevor die Teilnehmer nach Nemi gingen. Mike, Emmi, Matilde und Simon erstellten dieses Programm. Diese vier halfen während der Exerzitien und beim Thema “Spiritualität” für das SSpS Terziat, das jetzt in Steyl und nicht mehr in Nemi durchgeführt wird. Später reisten Matilde, Simon und Peter nach Nemi um die  begleiteten Exerzitien für das Terziat und auch für den Bibelkurs Dei Verbum zu übernehmen. Letzterer hatte dieses Jahr 30 Teilnehmer, bis jetzt die höchste Zahl.

 

 

6. Veröffentlichungen

JESUS DER MISSIONAR  Eine Reflexión über Jesus, den Gesandten des Vaters im Licht unserer trinitarischen Spiritualität, von Franziska C. Rehbein SSpS, veröffentlicht vom AJSC, N° 4 der “Steyler Ströme”, 2005, 110 Seiten. In Auftrag gegeben als Arbeitspapier für das Internationale Formatorinnenseminar (siehe oben). Ursprünglich deutsch, wurde es übersetzt ins Englische, Spanische, Portugiesische und Indonesische.

Ein Antiphonenbuch von Ed Peklo SVD. Es wurde schon 1999 privat veröffentlicht, aber es ist uns erst seit kurzer Zeit bekannt. Es enthält eine Serie von Antiphonen zum Gebrauch beim Stundengebet, für 29 Tage die besonders bedeutsam sind in der Geschichte der  Arnoldusfamilie, und schliesst die 12 “Dritten Montage” mit ein. Die Antiphonen sind ausgewählt  aus Aussprüchen von P. Arnold und der Gründergeneration, wie auch zitiert aus den Konstitutionen der drei Congregationen. Es ist in englisch herausgekommen. Die Anschrift von Ed ist: Divine Word Missionaries N 8855 Seminary Road, P.O.Box 107, East Troy, WI 53120, U.S.A.

 

7. In Kontakt bleiben

Wir bringen auch weiterhin Artikel in  die AJSC-Mappe, die auf der Website des Generalats, im öffentlichen Bereich verfügbar ist. Dort kann man lesen und herunterladen. Die Adresse ist wie folgt:     Klicken auf Site Map/Mapa del sitio, und dann auf  AJSC – CEAJ.

Wenn Sie über Material verfügen (Artikel oder Programme), die andere bei der Arbeit in der spirituellen Animation nützen können, bitte sendet sie uns zu. Wir können sie auf diese Weise ins Internet stellen, so dass viele andere Zugang dazu haben. Bitte sendet uns dieses Material, und auch Nachrichten über Programme, die ihr gegeben habt, an folgende Adresse: ajscinfo@steyler.nl

Der AJSC – Rundbrief erscheint in fünf Sprachen: englisch, deutsch, spanisch, Portugiesisch und indonesisch.

Wir erwarten eure Nachrichten.

 

Mit den besten Wünschen für Eure Arbeit,

 

Franziska Carolina Rehbein,    Matilde Sacardo,   Emmi Vas,  Simon Bata,   Peter McHugh  and  Michael  Somers