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SVD Polish Martyrs
1999


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bullet Seliger P. Ludwik Mzyk SVD (1905-1940)
bullet Seliger P. Alojzy Liguda, SVD (1898-1942)
bullet Seliger P. Stanisław Kubista, SVD (1898-1940)
bullet Seliger Bruder Grzegorz-Bolesław Frąckowiak, SVD (1911-1943)

Source: Błogosławieni męczennicy

Seliger P. Ludwik Mzyk SVD
(1905-1940)

Biographie

P. Ludwik Mzyk stammte aus einer Bergmannsfamilie. Sein Vater, auch Ludwik, war Steiger in der Kohlengrube „Prezydent“ in Chorzów (Konigshütte). Die Mutter, Franciszka, geboren Hadasz, stammte aus Bytkowo bei Katowice. Ludwik war das fünfte Kind unter neun Geschwistern und wurde am 22. April 1905 geboren. Die Familie war sehr fromm und aktiv. Ludwik war seit jungen Jahren Ministrant. Er hat sich für Religion und Kirche interessiert. Während der Pfarrexerzitien, welche ein Missionar aus Neisse gab, fühlte er eine missionarische Berufung. Er druckte sein Interesse den Eltern aus, die jedoch kritisch dazu eingestellt waren. Andere Verwandte unterstützten ihn und dann, schon zusammen mit seinen Eltern, versuchten sie, den Jungen in dem Kleinen Seminar der Steyler Missionare in dem Heiligkreuzhaus in Neisse zu unterbringen. Die ganze Sache unterstützte auch der ihm sehr wohlwollende Pfarrer Namysło. In Neisse kam er an am 13. September 1918 und dort bestand er auch das Abitur in 1926. Während der Ferien arbeitete er mit seinem Bruder in einer Kohlengrube, um der Mutter nach dem Tode seines Vaters finanziell zu helfen. Er wurde Mitglied der Organisation „Kwikborn“, in welcher man freiwillig auf das Alkoholtrinken und Rauchen verzichtete. Bis zu seinem Lebensende blieb er treu dieser Verpflichtung. Aus Neisse fuhr er, nach kurzen Ferien, nach Sankt Augustin in Deutschland, um das Noviziat zu machen und sich für die Ordensgelübde vorzubereiten, was in 1928 geschehen ist.

Gegen Ende des Studiums in 1926, dem Beispiel von P. Grignon de Montfort nachfolgend, gab er sich völlig der Seligen Jungfrau Maria hin, und das Dokument unterzeichnete er mit seinem eigenen Blut. Nach der Beendigung des Philosophiestudiums haben ihn die Oberen zum Theologiestudium nach Rom geschickt, da sie seine Talente und Vorteile in Betracht zogen. In dieser Zeit erhielt er die Priesterweihe in Rom, am Fest Christi des Königs am 30. Oktober 1932. Seine Primizmesse feierte er an dem Hochfest Allerheiligen in der Kapelle des Generalatshauses in Rom. Sein Studium krönte er mit seiner Doktorarbeit in Theologie, am 5. Februar 1935 an der Pontificia Universitas Gregoriana. Während er auf das Diplom wartete, fuhr er nach Sankt Gabriel in Österreich, wo er einige Monate lang dem Novizenmeister half als sein Sozius und er lernte zugleich die schwierige Kunst, das Noviziat zu führen. Im Sommer 1935 kam er nach Chludowo bei Poznań, wo die Steyler Missionare in dem von Roman Dmowski gekauften Palast ihr erstes Noviziat eröffnet hatten. P. Ludwik wurde Novizenmeister und lernte zugleich die literarische polnische Sprache.

Die Meinungen der Novizen sind gleich: wir hatten einen heiligen Meister. Was ihm an Erfahrung fehlte, bemühte er sich durch seine Demut, Höflichkeit und Arbeitsamkeit zu ergänzen. Die leuchtende Gestalt unseres Meisters war die Verkörperung einer gesunden Ordensaskese... er war ziemlich streng für andere, aber noch strenger für sich selbst. Er schritt bewußt und konsequent zur Heiligkeit eines Priesters und Missionars. Er hat zu den Menschen gehört, welche auf ihre Umgebung strahlen und eine Spur ihrer Anwesenheit hinterlassen. Im Seminar war er nicht nur Vorgesetzter, sondern auch ein Vorbild. Im Gedächtnis vieler blieben seine tiefen Konferenzen, auch in schriftlicher Form, leider in einer Kurzschrift, die heute nicht mehr abzulesen ist. In das Zimmer des Meisters kamen die Novizen ohne Angst, aber mit einer großen Ehre und Achtung für ihn. Immer hat sie seine milde Stimme: „Ave!“- hineingeladen. Auf seinen Lippen war es nicht eine gewöhnliche Einladung, sondern zugleich ein Gruß für die Unbefleckte und den Eintretenden. Anscheinend entledigte er sich gut der ihm anvertrauten Aufgabe, als er in 1939 zum Rektor des Noviziats ernannt worden ist.

Nach dem Ausbruch des Krieges mußte er sich von fast allen Hausbewohnern, die nach dem Osten evakuiert werden sollten, verabschieden. Er selbst hat das Haus nie verlassen. Nach einigen Wochen begrüßte er mit Freude die Heimkehrenden und seine Gelassenheit wirkte optimistisch auf die jüngeren. Die Situation am Anfang der Okkupation war verhältnismäßig normal. Die Deutschen besuchten das Kloster nur selten. Doch wegen der immer häufiger kommenden Nachrichten über Aussiedeln und Verhaftungen dachte und beriet man darüber, ob man die Novizen nicht nach Hause schicken sollte, doch es gab schon damals Schwierigkeiten mit der Ummeldung. P. Ludwik versuchte mit allen möglichen Mitteln, die Zukunft der Novizen zu sichern. Er verhandelte mit Mitbrüdern in Österreich und Deutschland, mit dem Generalat in Rom, daß sie seine Schützlinge aufnehmen. Er schlug sogar vor, das Noviziat nach Bruczków zu übersiedeln, wo man in der großen Wirtschaft arbeiten und sich ernähren konnte. Doch das Verlassen des Hauses wurde allen verboten. Immer häufiger mußte er feststellen, daß er- in Österreich und Deutschland erzogen und ausgebildet- die Deutschen als Okkupanten gar nicht kennengelernt hatte. Im unmittelbaren Kontakt mit Gestapo und Militär verlor er. Er wußte nicht, daß er- indem er sich mir einem Soldaten unterhielt- zugleich mit einem Gestapomann zu tun hatte, und er druckte ungeschickt aus, daß er lieber verhandelte und mehr der Wehrmacht vertraute, als der Gestapo. Das entschied über sein zukünftiges Schicksal. Seine Aussage hat man als Vorwand benutzt, um ihn am 25. Januar 1940 zu verhaften.

Martyrium

An diesem Tag, um 12 Uhr Mittags sind Gestapowagen eingetroffen mit verhafteten Priestern aus der Gegend von Poznań und Oborniki Wielkopolskie. Die Hausbewohner hat man im Speisesaal versammelt, die anderen ihnen angeschlossen, und im gewissen Moment erschien in der Tür P. Ludwik, blaß, aber ruhig, und sagte: Ich muß mit ihnen fahren. Sie sagen, ich werde zurückkommen, und in der Zwischenzeit ist P. Chodzidło euer Vorgesetzter... er wollte noch etwas hinzufügen, doch jemand zog ihn gewaltsam und man sah in nicht mehr. Später erfuhr man von einem Priester, der später verhaftet worden war, wie brutal P. Ludwik während der zwangsmäßigen Beladung von Paketen auf einem Wagen in Poznań behandelt wurde. Der Priester fügte noch hinzu: dieser Meister von euch ist ein richtiger Engel. Noch am vorangehenden Tage war P. Ludwik noch in Poznań, um für seine Novizen eine Ausreisegenehmigung zu erledigen. Doch er hat nichts erreicht. Nachdem er festgenommen worden war, konnte man nicht erfahren, was mit ihm geschah. Man versicherte immer wieder, er würde bald zurückkehren, wenn einige Sachen geklärt seien. Auf dieselbe Weise täuschte man seine Familie, welche gewiss eine Chance hatte- wegen ihrer schlesischer Abstammung- seine Befreiung zu erreichen. Sein Bruder Wilhelm schreibt: Interventionen von Seiten der Kirche und meiner selbst, sowie diejenigen meiner Schwestern, haben sich völlig fruchtlos erwiesen. Zweimal hat jemand seine Wäsche gebracht. Sie war mit Blut befleckt, und drin haben wir einen Zettel gefunden mit der Information: Ich lebe immer noch, helft, wenn ihr könnt“.

Das Blut begleitete ihn seit dem Verhaftungstag, als er im Soldatenheim (damals Residenz der Gestapo) seines Talars beraubt und schrecklich geschlagen wurde. Es war Winter, und er blieb nur in einem zerrissenen Hemd und einer Hose. Ein Mithäftling behielt in Erinnerung, daß ihm einer der Häftlinge eine Jacke gab, welche ein zum Tode verurteilter Häftling gelassen hatte, gerade als er zu einer Zelle im Fort VII in Poznań geführt wurde. Über seinen Tod erfuhr man im Kloster erst nach einigen Wochen. Sogar der vom Pater General gesandte Pater Wigge, dessen Aufgabe es war, das Haus und die Mitbrüder zu retten, erfuhr nichts, doch er hatte den Eindruck dass P. Mzyk nicht mehr lebte.

Alle Berichte über den Märtyrertod von P. Mzyk stammen von den Augenzeugen aus dem Fort VII in Poznań, wo zusammen mit ihm die Priester Sylwester Marciniak und Franciszek Olejniczak verweilten. Der erste schreibt das folgende: P. Mzyk traf ich in Zelle 60 im fort VII in Poznań am 1. Februar 1940. Zusammen mit ihm waren noch 28 Häftlinge, hauptsächlich Studenten. Alle fühlten einen großen Hunger... In die Zelle kamen oft, egal ob am Tage oder bei Nacht, die Wächter, und schlugen die Häftlinge aus unwichtigen Gründen oder auch ohne Grund. P. Mzyk erfüllte alle Aufträge sehr sorgfältig, warnte vor allem, was Probleme bereiten konnte, und – wie man leicht bemerken konnte, betete stets. Am Aschenmittwoch, dem 7. Februar, versammelte man alle Priester in der kleinen Zelle 69, am Osttor... die Tagesordnung war dieselbe, wie in anderen Zellen... doch die Wächter bemühten sich, uns mehr zuzusetzen... Zu Lieblingsthemen von P. Olejniczak gehörten: die Gestalt Christi um die Tätigkeit des Heiligen Geistes. Wenn es sich um das zweite Thema handelt, da fand er immer einen lebhaften Diskutanten in der Person von P. Mzyk.. ein Lieblingsthema von P. Mzyk war außerdem eine für die Jugend geeignete Lektüre... Die Lagerbehörden interessierten sich besonders für P. Mzyk. Eines Tages kam in die Zelle der Lagerkommandant mit einem anderen Offizier. Jeden einzelnen fragte er nach dem Namen und „Verbrechen“. Bei P. Mzyk blieb er stehen und sagte: „Ach, das ist dieser harte Gegner von uns“. Nachdem die Offiziere weggegangen waren, erklärte uns P. Mzyk, dass er während der Verhaftung und Untersuchung „starke“ Antworten gegeben hatte... eines Tages rief der Legerwächter Hoffmann P. Mzyk aus und schlug ihn schrecklich in dem Korridor...

Am 20. Februar nachmittag stürzte in unsere Zelle Unteroffizier Dibus herein – es scheint, er war Vertreter des Kommandanten- mit einem Chauffeur, beide waren betrunken, sie verhielten sich skandalös. Besonders beschäftigten sie sich mit P. Mzyk, vor allem der Chauffeur, auf Befehl von Dibus. Jener Tag, der 20. Februar, sollte auch der letzte Lebenstag von P. Mzyk sein. In der Nacht, etwa um 22 Uhr hörten wir die Ukrainer singen. Das war ein schlechtes Zeichen... gewöhnlich begannen sie von der Zelle der Ukrainer. Sie ließen sie singen... Dann besuchten sie die einzelnen Zellen, schlugen und versetzten den Häftlingen Fußtritte, schossen durch das Schlüsselloch... dann, schon in den näher gelegenen Zellen, hörte man ungeheure Schreie, Ächzen, schließlich in der Nachbarzelle das Klirren von Schüsseln, Löffeln, das Lied „Kto się w opiekę“ („Wer sich unter den Schutz des Herrn begibt“) – natürlich auf Befehl gesungen- und Schüsse. Kurz danach hörten wir die Worte: „Jetzt zu den Pfaffen“. Sie machten die Tür auf, kamen jedoch nicht herein, sondern ließen uns alle herausgehen, mit der Ausnahme von Pater Olejniczak. Es waren einige von ihnen, mit Dibus an der Spitze. Es war auch Hoffmann unter ihnen. Wir standen in Socken und Kleidung (denn so pflegten wir auch zu schlafen), im Hauptkorridor, unserer Zelle gegenüber. Dibus hielt P. Gałka an, P. Mzyk und mich, die anderen ließ er gehen... er ließ uns den Seitengang entlang laufen. Als wir nebeneinander liefen, bat mich P. Mzyk um Absolution. Als wir das Ende des Korridors erreichten, blieb ich und P. Gałka vor der Treppe stehen, P. Mzyk dagegen begann die Treppe hinaufzusteigen. Auf einmal ertönte unter uns das Geschrei der Wächter, sie ließen uns stehenbleiben. P. Mzyk zogen sie herunter und fingen an, zu schlagen „dafür, daß er flüchten wollte“. Es machte sich ein großes kaum vorstellbares Durcheinander. Ich kann mich jedoch genau erinnern, daß Galka und Mzyk schrien und ächzten. Auch wenn ich nicht bei ihnen war, hatte ich den Eindruck, daß man sie furchtbar schlug und quälte. Meine Meinung erwies sich richtig, als ich P. Gałka sah- er war verwundet, mit blauen Flecken bedeckt, im Blut, hatte zerrissene Hose und Hemd.

Das Schlagen von P. Mzyk und P. Gałka dauerte lange, obwohl es schwer zu sagen ist, ob es 15 Minuten oder eine halbe Stunde dauerte. Inzwischen gelangte ich zum Hauptkorridor neben unserer Zelle, nahe dem Osttor. Hierher führte Dibus P. Mzyk. Als sie an mir vorbeigingen, mußte ich mich umdrehen, dann konnte ich nicht sehen, wie er aussah. Er lies ihn am Tor stehen, und selbst schritt er zum Unteroffizier, der sich gerade mit mir unterhielt, zurück, lieh von ihm einige Patronen, ausschließend kam er na P. Mzyk heran und tötet ihn mit einem Genickschuß. Als er schon auf dem Boden lag, schoss er zum zweiten Mal... P. Gałka und ich wurden „entlassen“ und durften in unsere Zelle zurückgehen... Eine halbe Stunde später hörten wir, wie man die Leiche von P. Mzyk abschleppte. Nach seinem Tod hatten wir ein paar Tage Ruche. Einer der Häftlinge sagte uns, daß er in der Kommandantur- da räumte er auf- ein Schreiben von Justizministerium gesehen hatte, in dem es stand, daß das Schlagen von Geistlichen verboten sei.

Der blinde P. Olejniczak, der das alles gehört hat, fügte noch eine Einzelheit hinzu: Dibus pflegte, sich Opfer zu wählen, er schlug sie in Gesicht, trat nach ihnen hemmungslos. Bei einem solchem Überfall wurde auch euer verstorbener P. Ludwik grausam geschlagen. Ich wollte meinem Priester- Bruder seine Qual lindern dadurch, daß ich ihm einige Worte des Trostes zuflüsterte, worauf er aber sagte: Ein Jünger kann nicht größer sein, als sein Meister. So beugte ich mich vor ihm und bat um den Segen, den er mir gerne gab...

Die Mitbrüder, welche vom Tod im Lager verschont blieben, schrieben: „P. Mzyk bleibt stets in Erinnerung und in den Herzen von seinen Zöglingen- Seminaristen. Auf den Felsen von Westerplatte, im Steinbruch von Gusen, war er ein Lieblingsthema unserer Gespräche. Ihn nahmen wir zum Zeugen unserer Ordensgelübde, die im Lager abgelegt wurden. Ihn nannten wir an erster Stelle in der Litanei unserer im Lager ermordeten Mitbrüder, ihn baten wir um Vermittlung, Hilfe und Beistand vom Himmel in unserem schweren Lagerleben erhoffend“.

Papst Johannes Paul II hat ihn am 13. Juni 1999 zusammen mit einer Gruppe von 108 Märtyrern des zweiten Weltkrieges, die man auch als 108 Polnische Märtyrer bezeichnet, selig gesprochen.


Seliger P. Alojzy Liguda, SVD
(1898 - 1942)

Biographie

P. Alojzy Liguda, ein Steyler Missionar, ist am 23. Januar 1898 in dem Dorf Winów in dem Oppelner Gebiet geboren worden, in der Familie von Wojciech und Rozalia, geboren Przybyła, als das letzte von sieben Kindern. In einer besonders religiösen und herzlichen Atmosphäre lernte Alojzy Bescheidenheit und stille Erfüllung der täglichen Pflichten von der Mutter, vom Vater dagegen Fleiß in der Arbeit und aktive Anteilnahme am Leben der Pfarrgemeinde - er organisierte regelmäßig und führte Pilgerfahrten nach Wambierzyce und zum Annaberg. In der Grundschule, welche er schon mit dem sechsten Lebensjahr begonnen hatte, zeichnete sich Alojzy durch seinen Scharfsinn und Fleiß sowie die besten Noten aus. In einer solchen Atmosphäre erzogen, in der Nähe der Kirche, beschloß er, sich in ihren Dienst zu stellen. Aus religiösen Zeitschriften entnahm er sein Wissen über Missionsländer, angezogen haben ihn solche Länder, wie weites China, Afrika... Er war erst 15 Jahre, als er in das Kleine Seminar der Steyler Missionare in Neisse, im Heiligkreuzhaus, aufgenommen worden ist. Der Krieg hat seine Lehre unterbrochen. In 1917 ist er zur Armee einbezogen und als Artillerist gelangte er an die französische Front. Im Soldatenleben verlor er nichts von seinen Überzeugungen, welche er aus dem Familienhaus und Seminar davongetragen hatte. Nach der Beendigung des Krieges bestand er das Abitur und ist in 1920 in das Noviziat in St. Gabriel in Mödling bei Wien eingetreten, wo die Steyler Missionare ihr damals wichtigstes Zentralhaus besaßen. In der Zeit des Noviziats ist der Schlesische Aufstand ausgebrochen. Er hat ihn sehr stark erlebt, besonders wegen der Briefe von seinem Vater, der verfolgt worden ist dafür, daß er für Polen optierte.

Nach dem Noviziat hatte er Praktikum in Pieniężno, wo er im kleinen Seminar Latein und Mathematik unterrichtete. Sein weiteres Studium setzte er wieder in St. Gabriel vor, wo er besonders Dogmatik und Kirchengeschichte liebgewann, doch auch in anderen Fächern hatte er sehr gute Ergebnisse. Die Priesterweihe hatte er am 26. Mai 1927, seine Primizmesse hat er in der HI.-Kreuzkirche in Oppeln gefeiert- seit Jahren haben dort Gottesdienste in polnischer Sprache stattgefunden. Sein Traum war Missionsarbeit in China oder in Neuguinea. Er ist jedoch für Arbeit in der polnischen Provinz bestimmt. Er hat seine Bestimmung mit Freude angenommen und ist im Herbst 1928 nach Polen gekommen. Vorläufig hat er sich im Provinzialatshaus in Górna Grupa aufgehalten, wo ihn die Oberen für weiteres Studium bestimmt haben, weil eine große Nachfrage nach qualifizierten Lehrkräften bestanden hat. Nachdem er weitere Prüfungen für das polnische Abitur bestanden hat, hat P. Liguda sein Studium an der Fakultät der polnischen Philologie der Poznań- Universität angefangen; er hat es in 1934 mit seiner Diplomarbeit unter dem Titel „Gall-Anonim als Literat“ erfolgreich absolviert. In Poznań hat er sowohl als Kaplan, als auch Katechet in der Schule der Ursulinerinnen in der Sporna-Straße gearbeitet. Im Unterricht und in den Exhorten, die er wöchentlich für Mädchen geführt hat, hat er sich bemüht, die neue Enzyklika von Pius XI. „Über die christliche Erziehung“ ins Leben zu rufen.

Als er Poznań verlassen hat, haben ihn die Schwestern und Schülerinnen überredet, seine bei ihnen vorgetragenen Exhorten zu ordnen und in der Sammlung unter dem Titel „Audi filia“ herauszugeben, um sie nicht nur an die Schuljahre zu erinnern, sondern auch an die alten Ideale, um diese mit neuen religiösen Gedanken zu beleben. Das Buch ist von der Jugend und den Seelsorgern sehr freundlich aufgenommen worden. Man hat ihn ermutigt, auch weitere Exhorten drucken zu lassen, wie z.B. „Vorwärts und höher“. Dieses Buch hat auch ein großes Ansehen gefunden. Er selbst hat es zugestanden: Ach, wie dankbar ich der Vorsehung bin! Sie hat mir erlaubt, in eine mir bisher völlig unbekannte Welt hineinzuschauen, in die Welt der Mädchenseele. Beide Sammlungen von Exhorten bilden eine tiefgreifende Betrachtung von P. Liguda über die folgenden Worte der Bibel, welche die Frau und ihre Aufgabe betreffen: „Si scires donum Dei!“ P. Liguda hat noch ein Buch herausgegeben unter dem Titel „Brot und Salz“, welche die Homilienlesungen für jeden Jahressonntag enthalten. Hier hat sich völlig die Persönlichkeit von P. Liguda gezeigt. An die Worte von Christus anknüpfend: „ich bin vom Vater gegangen und in die Welt gekommen“- schrieb er: ich brauche nur, daß ich mich an seine Worte zur rechten Zeit erinnere und sie mich starken lasse. Sie werden mich vor Traurigkeit retten, vor Verzweiflung retten. Ich werde meinen Kopf hoch tragen trotz der Misserfolge und Demütigungen. Man kann mich gemein behandeln, aber nicht erniedrigen! Revolutionen konnten all meine Diplome und Titel ungültig machen – doch Gottes Sohnschaft kann mir niemand wegnehmen. Ich mag in Verlies verderben, ich mag erfrieren, und trotzdem werde ich immer wiederholen die allerschönsten Worte: „Exivi a Patre“, und immer wird Gott mein Vater bleiben. Dann ist in den KZ-Lagern aus solcher Einstellung sein Optimismus, seine Freude, Beharrlichkeit, Hoffnung entstanden ... denn er hat sich immer als Kind Gottes gefühlt selbst in den schwierigsten Situationen.

Nach der Ankunft in Górna Grupa ist P. Liguda Polnischlehrer geworden, in den jüngeren Klassen hat er auch Geschichte unterrichtet. An Sonn- und Feiertagen hat er als Seelsorger in der Militäreinheit in Grupa gewirkt, und an freien Tagen und in den Ferien hat er geleitete Exerzitien geführt und als Prediger in Pfarreien gearbeitet.

Im Juni 1939 hat man P. Liguda zum Rektor in Górna Grupa ernannt. Der Krieg ist ausgebrochen. Der Okkupant hat das Missionshaus in ein Lager umgestaltet, und zwar für Hausbewohner und die am 28. Oktober gebrachten etwa 80 Priester und Diözesanseminaristen aus den Diözesen Chełmno, Włocławek und Gniezno. Pater Malak schreibt in seinem Buch: „Pfaffen in Lagern“: Rektor Liguda heißt uns willkommen. Seine mächtige Gestalt im Talar bewegt sich mutig und sicher unter den SS-Männern. Das wirkt ermutigend. An den nächsten Tagen und in den nächsten Wochen sprach er Mut zu durch seine große Freundlichkeit und seinen eigenartigen Humor. Man hat ihn gerne gesehen, denn er sprach wie ein Prophet, erwärmte wie die Sonne, ging durch die Säle wie der Friedensengel mit gutem Wort auf seinen Lippen. Man hat damit gerechnet, daß die Priester bald freigelassen werden. Am 11. November dagegen ist ein Bus gekommen und 15 Priester und zwei Seminaristen aus der Diözese Włocławek sind genommen worden. Der Einspruch von P. Liguda hat nicht geholfen. Die Verschleppten sind im Wald auf einem Truppenübungsplatz in Grupa totgeschossen worden. Die niedergeschlagenen Priester und Mitbrüder vermochte P. Liguda zu trösten und ihnen neue Hoffnung zu geben. Doch er ist der gefährlichen Situation bewußt gewesen. Sehr charakteristisch ist ein Bildchen, das er seiner Familie zu Weihnachten gesandt hat. Vorn schreitet Christus und tragt das Kreuz, Ihm folgen Priester- alle mit Kreuzen.

Martyrium

Am 5. Februar 1940 hat man die Internierten nach Nowy Port in Danzig, einer Filiale des Stutthofer Lagers, hingebracht. Inmitten von Hunger, Dreck, Zwangsarbeit und Prügeln ist P. Liguda auch hier bald zu einem „guten Engel“ geworden. Zum größten Teil ist es sein Verdienst gewesen, am Gründonnerstag die Heilige Messe zu organisieren und die Heilige Kommunion zu geben, was für viele eine Wegzehrung gewesen ist. Am Anfang April ist P. Liguda mit einem Teil der Häftlinge in ein Lager in Grenzdorf transportiert worden, und demnächst über Stutthof nach Sachsenhausen. Man ist der Meinung gewesen, daß das bisherige Fegefeuer in die Hölle verwandelt worden ist. Für P. Liguda hat sich das Schicksal etwas freundlicher erwiesen. Dank einer guten Kenntnis der deutschen Sprache hat man ihn zur Bedienung bestimmt und zum Deutschunterricht. Einer der „Schuler“ beschreibt eine solche Stunde: Es hat immer mit der Aufstellung der Wächter an den Fenstern angefangen- sie sollten vor den sich nähernden SS-Männern warnen. P. Liguda hat inzwischen Scherze erzählt, deren Vorrat bei ihm einfach unerschöpflich war. Manchmal hatte er Referate zu verschiedenen Themen, oder einer der Priester teilte mit anderen sein Wissen. Auch P. Liguda begegneten zuweilen Qualen von Seiten der Lagerbehörden. Ich kann mich heute noch sehr gut erinnern- erzählt einer seiner Leidensgefährten- wie P. Liguda zitterte, nachdem er zehn Hiebe mit einem eisernen Stab bekommen hatte dafür, daß er während der Arbeit eine kurze Pause machte.

Es schien, daß in einem gewissen Moment P. Liguda freigelassen werden wird, denn man hat einen Arzt zu ihm gerufen, was oft ein Zeichen der kommenden Freiheit gewesen ist. Er ist jedoch nach Dachau transportiert worden- am 14. Dezember 1940; hier hat er die Nummer 22604 bekommen. Erst nach dem Kriege hat es sich herausgestellt, daß P. Liguda wirklich hätte entlassen werden können. Das SVD-Generalat hat sich darum durch die Nunziatur in Berlin beworben, auch seine Familie. Doch die Gestapo hat „nein“ gesagt, weil P. Liguda selbst erklärt hat, er sei Pole und in der Zukunft wolle er in Polen arbeiten. Die Gestapo hat noch hinzugefügt, daß er als zu der polnischen Intelligenz gehörender Mann für die Kriegszeit von der Gesellschaft abgetrennt werden sollte. Trotzdem hat es objektive Bedingungen gegeben für seine Befreiung. Seine Familie hatte deutsche Staatsangehörigkeit, er selbst war Soldat in der preußischen Armee. Seine Brüder sind während des ersten Krieges an der Front umgekommen. Der evangelische Pastor aus Górna Grupa hat sich für ihn verwendet, weil P. Liguda seine Familie und eine Diakonisse vor dem Zorn der nach dem deutschen Angriff auf Polen empörten Leute gerettet hat. Derselbe Pastor hat P. Liguda schon einmal gerettet, als ihm als Geisel eine Erschießung drohte. Doch er hat seine Überzeugungen nicht geändert selbst um den Preis der Befreiung. In Dachau quälte man die Häftlinge mit mehrstündigen Märschen und dem Singen der Lagerlieder, was sie einfach fertigmachte. Diese Märsche hat ab und zu P. Liguda geleitet. Ein Augenzeuge erzählt, daß er immer versucht hat, die Blockführer aus den Augen zu verlieren, und dann übte er nur scheinbar die Lieder, und in der Wirklichkeit erzählte er den niedergeschlagenen Häftlingen verschiedene Scherze.

Im Januar 1941 wurde ein Teil des Lagers von einer Kratzeepidemie heimgesucht. Die Kranken sind in eine Baracke verschleppt worden,1000 auf 400 Plätzen. Sie hatten nur Strohsäcke, Decken und dünne Bettwäsche zu Verfügung. Es war frostig, die Fenster immer auf am Tage, der Hunger unerträglich. Diese schreckliche Hoffnungslosigkeit bekämpfte P. Liguda mit seinen Erzählungen- er ließ sich nicht deprimieren. Obwohl jeden Tag jemand gestorben ist, hielt er an den Resten der Hoffnung fest. Nach der Rückkehr in seinen Block wurde er zu einer schweren Arbeit zugeteilt. Ein gewisser Rogler, einer der grausamsten Kapos, war sein unmittelbarer Vorgesetzter. Er gab die schwersten Arbeiten, erlaubte keine Erholung. Der starke Organismus von P. Liguda begann, schwacher zu werden. Zum Unglück hat ein Russe während der Arbeit eine Zigarette geraucht, was ein großes Verbrechen war. Was später geschehen ist, zitiere ich nach einer Beschreibung: Unerwartet ist Rogler erschienen. Die Zigarette ist gelöscht worden, doch der Rauch ist geblieben. Der Kapo hat sich zu P. Liguda gewandt mit der Frage: „Wer hat geraucht ?“. Die Situation war gespannt. Wenn man sagte „ich war es nicht“ – dann wurde das bedeuten, die anderen sind schuldig. Es ist also das einzige geblieben- die Schuld auf sich zu nehmen. „Ich habe geraucht "- antwortet P. Liguda. Der wütende Kapo hat ihn in sein Zimmer genommen. Das angeschwollene Gesicht, blauer Fleck unter dem linken Auge waren Beweise für die auferlegte Strafe. Dann hat der müde Henker seine Kleidung revidiert. Es war keine Zigarette zu finden. „Wo hast du die Zigarette?“- fragt er. Ich habe keine- lautet die Antwort. Du bist ein Pfaffe und du lügst? Du hast dich ja für schuldig bekannt. Ich habe geraucht, aber nicht heute. Erst als sich der richtige Schuldige bekannt hat, sind die Foltern zu Ende gekommen. Der Henker ist schon müde gewesen, doch den P. Liguda hat er sich gemerkt.

Die Folgen dieser Behandlung haben nicht lange auf sich warten lassen. Er ist an Tuberkulose erkrankt und ins Krankenhaus genommen. Die Bedingungen waren hier besser, er bekam auch Pakete von der Familie und den Wohltätern, und ist schnell wieder gesund geworden. Leider hat man ihn dann den Invaliden angeschlossen, was gleichzusetzen war mit dem Todesurteil. Er war sich dessen bewußt, wovon sein letzter einen Monat vor dem Tod geschriebener Brief zeugt: Meine Mutter wird bald 84. Wie sehr ich ihr auch ein langes Leben wünsche, so möchte ich doch nicht, daß sie ihren jüngsten Sohn überlebt, was für sie eine richtige Tragödie wäre. Ich persönlich trage mich mit dem Gedanken, daß ich bald zum Haus meines Vaters und zu meinen Brüdern zurückkomme. Vielleicht wird mich die Vorsehung durch die vielen Gefahren sicher führen, um mich geistlich reifer und reicher zu machen... Auf dem Weg zum Tode hat er zu dem getroffenen Lagersekretär gesagt: Wenn ihr erfahrt, daß ich tot bin, dann wißt ihr, daß sie einen gesunden Menschen ermordet haben. Nach dem Bericht eines Sanitäters hat man die ganze 10 Personen zählende Gruppe bestialisch ertränkt. Im Lager haben sich doch Gerüchte verbreitet, daß man auf persönliche Intervention des Blockführers 29 am immer noch lebenden Körper von P. Liguda die Haut in Streifen geschnitten hat, bevor man ihn ertränkt hat. Dies sollte die Rache des Kapos sein dafür, daß ihn P. Liguda ermahnt hatte, die Nahrung doch gerechter zu verteilen, sonst ist den Patienten Unrecht geschehen. Der wütende Kapo hat im letzten Moment auf die Invalidenliste P. Liguda eingetragen, den Menschen, der die vor Hunger sterbenden zu verteidigen versuchte. Der Tod mußte schrecklich gewesen sein, wenn selbst der Revierkapo gestanden hat, so was wolle er nicht mehr tun. P. Liguda hat sein Leben in der Nacht vom 8. bis zum 9. Dezember 1942, am Fest der Unbefleckten, deren großer Verehrer er war, gelassen. Die Mutter des Hingerichteten hat folgende Nachricht bekommen: „Ihr Sohn, Alojzy Liguda, ist am 8. Dezember 1942 in dem hiesigen Krankenhaus an Lungentuberkulose gestorben“. Die Greisin hat man belogen, denn sein Tod war nicht die Folge einer Krankheit, sondern der Grausamkeit.

Im Gedächtnis der Gefährten seiner Märtyrerjahre ist P. Liguda geblieben als ein Mensch der Vorsehung. Er hat viel gutes für Priester getan, weil es ihm seine Funktion erlaubt hat, besonders Für die bedürftigen, alten und kranken... er hat sich für sie eingesetzt... das ist ein heiliger Mensch... Er war ein richtiger Apostel, voll Humor und Optimismus. Einst hat er geschrieben: Wir erfüllen unsere Pflichten als Bürger der Gegenwart. In den Lagerbedingungen hat er sich bemüht, diese Priesterpflichten auch denen gegenüber zu erfüllen, die ihn verfolgten. Er hat die Provokationen der Atheisten, Kapo und sogar des Kommandanten nicht vermeidet, sondern er hat Stellung genommen zu ihren „Bibeldiskussionen“, in denen man die Religion und den Priesterstand verspottet hat. Mit seiner ganzen Haltung, einer tadellosen geistlichen und intellektuellen Überlegenheit hat er vielen Atheisten den Mund verschlossen. Natürlich war eine begehrenswerte Ehrensache, diesen „hochmutigen Pfaffen“ loszuwerden. Die Priester haben ihn gesucht. In Dachau hat P. Liguda die Führung über uns übernommen... Das ist ein heiliger Mensch! Er ist für mich einfach ein Symbol der Sicherheit gewesen, eine Festung, immer ruhig, immer heiter, immer lächelnd, immer ein richtiger Mensch ... Statt uns, haben die Deutschen ihn geprügelt dafür, daß er Pfaffe gewesen ist, doch sie haben ihn auch geachtet. Denn er hat sachlich zu ihnen gesprochen, und uns hat er nie für seinen eigenen Nutzen vernachlässigt. Als er Ordner unseres Zimmers geworden ist und das Brot verteilt hat, da haben unsere hungrigen Augen gesehen, daß er ein ehrlicher, edler Priester ist, nach dem Göttlichen Herzen. Die Lagerjahre hindurch, da waren wir nicht immer zusammen, doch ich traf ihn und immer war er, für mich eine moralische Stütze, immer so väterlich, immer heilig. Als man während des Abendapells seine Nummer hervorrief, was bedeutete, daß er für den morgigen Transport bestimmt war, ging ich zu ihm, weinte beim Abschied, und er stand vor mir heiter, ruhig, in eine andere Wirklichkeit schauend und wiederholend Gott weiß alles.

Papst Johannes Paul II hat ihn am 13. Juni 1999 zusammen mit einer Gruppe von 108 Märtyrern des zweiten Weltkrieges, die man auch als 108 Polnische Märtyrer bezeichnet, selig gesprochen.


Seliger P. Stanisław Kubista SVD
(1898 - 1940)

Biographie

Er ist am 27. September 1898 in Kostuchno bei Mikołów geboren worden, auf dem Gebiet der heutigen Diözese Katowice. Sein Vater, Stanislaw war Förster, bekannt durch sein friedfertiges Gemüt, seine Frömmigkeit und Bedachtsamkeit. Die Mutter, Franciszka, geboren Czempka, eine Frau von ungeheuer Arbeitsamkeit und Frömmigkeit, widmete sich völlig der Erziehung von 6 Söhnen und drei Töchtern. Stanisław war das fünfte Kind und hat die guten Eigenschaften von seinen Eltern geerbt. Die religiöse Atmosphäre, die in dem Haus der Familie Kubista geherrscht hatte, begünstige Berufungen. Eine von Stanisławs älteren Schwestern, Anna, ist in ein Kloster in Wien eingetreten, wo sie in 1918 gestorben ist. Bis jetzt lebt die jüngste Schwester, Gertruda (geb. in 1910). In der Familie herrschte eine besondere Verehrung von Maria, der Rosenkranzkönigin. Jeden Tag hat man einen Rosenkranzteil gebetet, und Stanislaw schmückte gern das Hausälterchen. Er lernte das Lesen auf Polnisch und ergänzte das Wissen, das er aus der deutschen Schule davongetragen hat, zu Hause. Sehr früh ist ihm die Missionsidee bekannt geworden, denn sein Haus ist von einem Steyler Bruder aus Neisse, welcher Missionszeitschriften und polnische Bücher verbreitete, sehr oft besucht worden. Stanisław hat auf sich die Aufmerksamkeit von Kaplan Michatz aus Mikołów, welcher sich seiner angenommen hat, gelenkt, weil er in dem Jungen eine Missionsberufung entdeckt hat. Als Stanisław die Grundschule beendet hat, hat ihm der Kaplan geholfen, in das kleine Missionsseminar der Steyler Missionare in Neisse aufgenommen zu werden. Dort befand sich schon Br. Salomon - Paweł Materla, sein Vetter, welcher leider- zur Armee einbezogen- während des ersten Weltkrieges umgekommen ist.

Stanisław hat das Seminar in der rechten Zeit ebenfalls nicht beendet, weil er am 31. Mai 1917 auch zur Armee einbezogen worden ist. Nach einer Vorbereitung ist er Telephonist und Bordfunker geworden und an die Französische Front gesandt, wo er bis zum Waffenstillstand und dem Rückzug verweilte. Dann gelangte er in die Stettiner Garnison, von wo er im Mai 1919 freigelassen worden ist. Während eines kurzen Aufenthaltes bei der Familie dankte man Gott besonders für seine glückliche Rückkehr, weil der älteste Bruder, Paweł, in 1914 an der belgischen Front gefallen ist. In Neisse hat er den Unterricht fortgesetzt, bis er in 1920 das Abitur bestanden hat. Drei Monate später begann er das Noviziat in der Gesellschaft des Göttlichen Wortes in St. Gabriel bei Wien (Mödling). Schon nach einem Jahr hat er die ersten Gelübde abgelegt, und nach zwei Jahren Philosophie- und vier Jahren Theologiestudium hat man ihm erlaubt, die ewigen Gelübde abzulegen- am 29. September 1926. Die Meinungen der Erzieher waren einstimmig: Er ist etwas melancholisch, still und bescheiden, eine Verkörperung von Ruhe, etwas verschlossen, arbeitet ruhig und kann sich in das Zie1 einfühlen. Er ist der Regel treu, liebt Ordnung, aufopferungsbereit, selbstbeherrscht... leidet ein bisschen an Nationalismus, welchen er jedoch nach Außen hin nicht zeigt... er ist in allem sehr genau und man kann sich auf ihn verlassen. Seine Kollegen hatten ihm gegenüber keine Bedenken und haben ihn für die Gelübde empfohlen. Wenn es sich um seine Fortschritte im Lernen handelt, dann erreichte er Noten zwischen „gut“ und „sehr gut“. Den Urteilen der Lehrer gemäß zeigt er gewisse Fähigkeiten zur Literarischen Tätigkeit und zwar in polnischer Sprache, er ist auch geeignet für den Lehrerberuf. Nach der Subdiakonatsweihe am 17. Oktober und nach der Diakonatsweihe am 19. Dezember 1926 ist er am 26. Mai 1927 zu seiner großen Freude zum Priester ausgeweiht worden. Er war damals 29 Jahre alt.

Auf die Frage der Oberen nach seinen persönlichen Interessen antwortete er: Literatur und literarische Versuche. Mein Verlangen ist Mission und Seelsorge. Ich fühle keine Neigung zum Lehrerberuf. Ich bin offen für folgende Missionsgebiete: Honan, Kansu, die Philippinen, Neuguinea. Ich erfreue mich einer guten Gesundheit. Noch als Seminarist sandte er manchmal Artikel an die polnischen Zeitschriftenverlage persönlich zu P. Szajca und P. Drobny.

Als Steyler Missionar bekam er die Bestimmung für das Missionshaus in Górna Grupa. Zum Abschied hat ihm die Mutter gesagt: Sohn, bleibe treu der Sache, die du dir gewählt hast. Und er blieb es auch bis zum Tode. Die Oberen wollten ihn besser kennenlernen und ernannten ihn zum Hausökonom für 300 Personen- Patres, Brüder und Lehrlinge, welche in dem Haus gewohnt haben, dem Kleinen Seminar, dem Postulat und dem Noviziat. Im nächsten Jahr hat man ihm die sog. Regionsprokur anvertraut. Bald hat man an das Generalat geschrieben, daß sich die Vermögensangelegenheiten in der besten Hand befinden... Abgesehen von diesen beiden Stellen hat P. Kubista noch zusätzlich die Redaktion des”„Kleinen Missionars“ übernommen, und nach der Abfahrt von P. Drapiewski ist er noch als Rektor nach Bruczków berufen worden. Außerdem redigierte er noch seit 1933 den „Kalender des Kleinen Missionars“. Im selben Jahr übernahm er noch die redaktionelle Bearbeitung vom „Familienschatz“. In 1937 hat er noch eine Zeitschrift gegründet, „Der Bote des Heiligen Josef“, der vorläufig zusammen mit dem „Familienschatz“ herausgegeben worden ist. Unter seiner Leitung ist die Zahl der Bezieher wesentlich gewachsen. In all diesen Zeitschriften und Kalendern befanden sich immer Artikel von ihm, welche immer sehr tief theologisch und praktisch durchgedacht waren. Gewöhnlich sind das im „Familienschatz“ enthaltene Überlegungen, welche die Tiefe der Seele von P. Stanislaw kundmachen und seine praktische Einstellung zu verschiedenen Themen. Er hat auch Erzählungen und Romane geschrieben: Roman aus afrikanischen Urwäldern, Königin Matamba, Brygida, Im Dunkel und Lichte. In einem Satz hat er das ganze Programm seiner Arbeit zusammengefasst: wonach wir die ganzen Jahre hindurch gestrebt haben: mit Jesus zusammenarbeiten an der Erlösung von Seelen (der „Kleine Missionar“ 1937, S. 94 ). Er hat auch das Missionsdrama „Kreuz und Sonne“ über die Geschichte der Inkas in Peru geschrieben. Es ist ein Theaterstuck, welches man vor 1940 in vielen Ortschaften, und nach dem Kriege auch in Priesterseminaren aufführte. P. Stanislaw war ein großer Verehrer des Heiligen Josef. Ihm zu Ehren hat er eine neue Zeitschrift angelegt. Seiner Fürsprache vertraute er seine zahlreichen Beschäftigungen an. Mit seiner Hilfe- wie er behauptete- hat er eine Druckerei aufgebaut, bestimmte Maschinen herbeigeführt. Mit seiner Hilfe, bei ständigem Geldmangel, hat er angefangen, einen neuen Klosterflügel zu bauen. P. Stanislaw war auch ein vielverlangter Beichtvater, besonders von den Seminaristen.

Inmitten der Arbeit hat ihn der Krieg 1939 überrascht. Zu dem ersten Konflikt mit der Gestapo ist es gekommen, als man ihm verboten hat, den polnischen Arbeitern die eingegangenen Verpflichtungen zu bezahlen. P. Kubista wollte einer armen Witwe einige hundert zloty auszahlten. Als er mit seinen guten Augen einem Gestapomann gerade in die Augen geschaut hat, wurde jener verlegen, als ob, ihn eine Macht von oben beschwichtigt hatte. P. Kubista hat das der Betreuung des Heiligen Josef zugeschrieben- so behauptet ein Augenzeuge. Er mußte jedoch zuschauen, wie man seine Werkstatt zerstörte- seine beliebte Druckerei, Vorrate, die er versammelt hatte für die Erhaltung der Klosterbewohner. Die Situation hat sich noch verschlechtert, als man am 27. Oktober 1939 alle Patres und Brüder, insgesamt 64 von ihnen, verhaftet hat, und das Kloster ist zu einem Interniertenlager umgestaltet worden. Es ist- wie zum Höhne- am Fest Christi des Königs geschehen. In den nächsten Tagen hat man noch weitere 80 Priester hergebracht, sowie Diözesan- und Ordensseminaristen. Die Wirtschaft und das ganze Vermögen sind beschlagnahmt worden, so daß die Einwohner ohne Erhaltungsmittel geblieben sind P. Stanisław, als Hausökonom, vertraute völlig dem Heiligen Josef und es hat sich ein Ausweg gefunden die Gestapo hat es genehmigt, die Nahrung und Heizmaterial aus den Pfarreien der internierten Priester herzubringen.

Martyrium

Auf diese Weise konnte man bis 5. Februar 1940 überdauern, als man die Internierten bei 28 Grad Frost mit drei Bussen nach Nowy Port (Neuhafen), eine Filiale des Lagers in Stutthof, deportiert hat. Die schrecklichen sanitären Bedingungen vergrößerten noch die Kalte, den Hunger und die unmenschliche Behandlung. Der einzige Trost in dieser Zeit war der 21. März, der Karfreitag, als man im größten Geheimnis die Heilige Messe gefeiert hat mit der Teilnahme von P. Alojzy Liguda, dem Rektor aus Górna Grupa. Die Heilige Kommunion, die man allen gegeben hat, ist für P. Kubista zugleich die heilige Wegzehrung für sein Martyrium gewesen. Es ist schwer, sich vorzustellen, was er damals erlebte, als er beim Herrn verharren konnte. Bisher immer gesund, froh, hilfsbereit, wurde er nun immer schwacher, er fing an, krank zu sein. Der erkaltete Organismus wollte das Lageressen nicht mehr aufnehmen, und es gab kein anderes. Eine geplante Vernichtung der Geistlichen wurde völlig und mit teuflischer Freude realisiert. P. Stanisław musste wie ein gesunder bei der Befreiung vom immer neu fallenden Schnee arbeiten und ihn dann auf immer neue Stellen, völlig sinnlos, verschieben. Sehr empfindlich, wie er war, der brutalen Behandlung gegenüber, hat er dabei doppelt gelitten.

In dem Transport nach Sachsenhausen am 9. April 1940 hat er sich in einem Viehwagen noch mehr erkältet, was zu einer Lungenentzündung geführt hat. Trotzdem musste er die selbst die gesunden erschöpfende Arbeit ausfuhren, eine Arbeit, die für die verhassten „Pfaffen“ reserviert war. Letztens war er so schwach, daß ihn seine Nachbarn von beiden Seiten halten mussten, fast auf den Apellplatz tragen. Er hat das alles ruhig geduldet, auf Gottes Wille angewiesen. Der Kapo hat ihn für einen Kandidaten für den Tod erklärt. Man hat ihn in einen Abort geworfen, so daß er da abrackert. Drei Nächte hat er da gelegen. Der Augenzeuge, P. Dominik Józef, beschreibt folgenderweise die letzten Stunden und Momente von P. Kubista: Als ich ihn am Abend schlafen legte, ihn im Abort in eine armselige Decke umwickelnd, ohne Kissen und Bettwäsche, war er mir immer sehr dankbar und flüsterte: Das wird nicht mehr lange dauern. Ich bin sehr schwach. Mein Gott, so gern würde ich nach Górna Grupa zurückfahren, doch Herr Gott hat offensichtlich andere Absichten. Sein Wille geschehe. Ich habe heimlich seine Beichte gehört... Am 26 April 1940, als wir vom Apell in die Baracke zurückgekommen sind, haben wir ihn auf den harten Fußboden aus Brettern gelegt. Er lag rücklings an der Wand, wie in einem Sarg, während wir in Achtungstellung standen... Auf einmal kommt der Blockführer, unser unmittelbarer Vorgesetzter. Er war ein deutscher Häftling... ein Berufsverbrecher... wie viele unschuldige Menschen hat er aus dieser Welt weggejagt! Zu den Foltern, welche in der Ordnung vorhergesehen waren, fügte er noch seine eigenen hinzu... es gab solche, welche er mit Wort und Tat gehaßt hat. Priester haben zu denen gehört, er hat nie eine Gelegenheit versäumt, ihnen scharf zuzusetzen... er hat uns mit einem tierischen Blick begrüßt, dann mit teuflischer Freude seine Augen auf P. Kubista gerichtet. Er hat sich ihm genähert und gesagt: Du darfst nicht mehr leben! Mit ganzer Gelassenheit setzt er ein Fuß auf die Brust, das andere auf den Hals und mit einem starken Druck quetscht er die Knochen des Brustkorbs und des Halses. Kurzes Todesröcheln endet das Leben des Märtyrers.

Papst Johannes Paul II hat ihn am 13. Juni 1999 zusammen mit einer Gruppe von 108 Märtyrern des zweiten Weltkrieges, die man auch als 108 Polnische Märtyrer bezeichnet, selig gesprochen.


Seliger Bruder Grzegorz-Bolesław Frąckowiak, SVD (1911-1943)

Biographie

In Łowęcice bei Jarocin wurde der Familie Andrzej und Zofia Frąckowiak am 18.Juni 1911 als achtes von neun Kindern ein Junge geboren. In der Taufe, die er in der Pfarrkirche von Cerekwica empfing, gab man ihm den Namen Bolesław. Die Grundschule besuchte er in Wojciechowo.

Daheim hatten die Eltern mit ihrem Sohn in Sachen Schule ganz besondere Schwierigkeiten. Anstatt Schul- und Hausarbeiten zu erledigen, gestaltete er mit seinen Spiel- und Schulkameraden Andachten und "feierte mit ihnen die heilige Messe". Er "predigte" und teilte die "Kommunion" aus. Als Ministrant ließ er sich von keinem Kameraden an Eifer und Zuverlässigkeit übertreffen.

Nachdem er zur Erstkommunion gegangen war, stieg er in der Messdienerhierarchie zur "rechten Hand des Pfarrers" auf. Das wurde anders, als er als junger Mann sich zu groß fühlte, um mit den Kleinen den Dienst am Altar zu teilen. Sollte aber einmal niemand da sein, sprang er gern ein und diente, wie er es früher gewohnt war.

Dass die Eltern großen Wert auf die religiöse Erziehung legten, zeigte sich an einer Besonderheit, für die der Vater an Sonn- und Feiertagen zuständig war. Er fragte am Mittagstisch in der Runde nach dem Inhalt der Sonntagspredigt. Sein Bruder erinnert sich: "Den Bolek fragte er nie, denn der wollte immer gleich die ganze Predigt wiederholen."

Die Zeit nach der Schule verbrachte Bolek immer gern bei Wanda Koczorowska in Bruczków, die dort ein Waisenhaus führte. Als sich 1927 in Bruczków die Steyler Missionare niederließen, um dort in der Pfarrseelsorge zu arbeiten, folgten die Eltern dem Rat des Ortspfarrers Poczta und mel­deten Bolesław im kleinen Seminar der Steyler Missionare an. Da die Volksschule dem kleinen Bolek zu wenig mitgegeben hatte, war es für ihn schwierig, dem verkürzten Schulprogramm des Gymnasiums zu folgen.

Um ihn nicht länger zu belasten, gab man ihm den wohlgemeinten Rat, doch Missionsbruder bei den Steyler Missionaren zu werden. So kam er nach Górna Grupa bei Grudziądz, wo die Steyler Missionare ein Postulat und Noviziat für Brüder eingerichtet hatten. Nach dem einjährigen Postulat zog er als junger Brudernovize am 8. September 1930 den Talar an und wählte den Ordensnamen Grzegorz.

Als eifriger Novize arbeitete er in der Druckerei und erlernte das Buchbinderhandwerk. Später wurde er in diesem Handwerk ein erfahrener Lehrherr, der es gut verstand, seinen Lehrlingen die Kunst des Buchbindens zu vermitteln. Neben seiner Tagesarbeit versorgte Boleslaw - Bruder Grzegorz - auch die Sakristei und die Kirche. Wenn Not am Mann war, half er auch gern in der Küche mit. An der Pforte nahm er sich besonders freundlich der Bettler und der Armen an. Für ihn war es jeweils Jesus selbst, der an der Pforte um Brot und Hilfe bat.

Aus jener Zeit stammen auch seine Notizbücher mit Gebeten und den üblichen, religiösen Praktiken. Er sam­melte sie unter dem Titel "Tägliche geistliche Übungen". Es sind in der Mehrzahl von ihm empfohlene und geübte Gebete, die er aber aus anderen Büchern und von verschiedenen Autoren übernommen hatte. - Da­zwischen gibt es auch Gebetstexte, die von ihm selbst verfaßt wurden: Gebete zu Maria, der unbefleckten Empfängnis, und zum Heiligen Josef. Von den Gebeten aus dem Steyler Gebetsschatz war ihm besonders das Viertel­stundengebet ans Herz gewachsen. Für ihn war es "ein von Herzen kommendes Glaubensbekenntnis". Leben aus dem Glauben war der Hintergrund seiner ehrlichen Höflichkeit, die ihm seitens der Mitbrüder größte Hochachtung und Wertschätzung einbrachte.

Als er am 8. September 1938 seine Ewigen Gelübde ablegte, ging sein Herzenswunsch in Erfüllung: "Jetzt gehöre ich nicht nur dem Herzen nach zur Gesellschaft des Göttlichen Wortes, sondern auch offiziell, mit schrift­licher Bestätigung. Ab jetzt sind alle Ideale der Gesellschaft für mich endgültig und verbindlich".

Es war Krieg.

Den Krieg erlebte er mit der ihm eigenen Gelassenheit und mit tiefem Gottvertrauen: "Wir alle sind in Gottes Hand!" Er benutzte jede Gelegenheit, andere aus gläubiger Überzeugung zu ermutigen und mit guten Worten aufzurichten. Am Fest Christi des Königs hatte die Gestapo, die das Haus als Sammellager für Geistliche eingerichtet hatte, den Missionsbrüdern erlaubt, das überfüllte Haus zu verlassen.

Bruder Grzegorz entschied für sich, zu bleiben und den internierten Geistlichen zu helfen. Im Februar 1941, als alle Inhaftierten gezwungen wur­den, das Haus zu verlassen, musste auch er aus Górna Grupa weggehen.

Er zog zunächst zu seinem Bruder in die Nähe von Poznań. Da er keine Möglichkeit hatte, sich ordnungsgemäß anzumelden, mußte er kurzfristig die Stadt wieder verlassen. Er fuhr in seine Heimat nach Łowęcice. Mit Einverständnis seines Mitbruders P.Giczel, der damals Pfarrer im nahe­gelegenen Rusecko war, und mit stiller Genehmigung des Ortspfarrers gab er Kindern zweimal wöchentlich Religionsunterricht und bereitete sie auf die Erstkommunion vor. Daneben besuchte er ältere Pfarrangehörige betete mit ihnen und erzählte ihnen von der heiligen Jungfrau und aus dem Leben der Heiligen.

Als am 7.Oktober 1941 P. Giczel von der Gestapo verhaftet und in ein Konzentrationslager gebracht wurde, lag die ganze seelsorgliche Verantwortung bei Br. Grzegorz. Als einmal die Gestapomänner die konsekrierten Hostien über den Boden verstreut hatten, sammelte Br. Grzegorz alle einzelnen Spezies sorgfältig und ehrfurchtsvoll ein, versammelte ­Leute der Gemeinde um das Allerheiligste und hielt eine Sühneandacht. Am nächsten Morgen hielt er einen kurzen Wortgottesdienst und teilte an die Anwesenden die hl. Kommunion aus. Einige Hostien bewahrte er für Kranke und Sterbende auf. Er hat auch einige Kinder getauft und andere auf das Sakrament der Firmung vorbereitet.