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BEWAHRUNG DER SCHÖPFUNG

EINE HERAUSFORDERUNG AN ORDENSLEUTE HEUTE

DAS PROBLEM DES GLOBALEN TREIBHAUSEFFEKTES UND DER KLIMAVERÄNDERUNG

Vorgelegt von der Arbeitsgruppe „Global Warming“ der Koordinatoren für
„Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ Rom, Italien,

Bitte, senden sie ihre Anmerkungen, Fragen oder Informationen an svd.jpic@verbodivino.it www.svdcuria.org/public/jpic/index.htm

Die Auswirkungen der Klimaveränderungen auf das Leben

Einführung: Diese Broschüre informiert über Klimaveränderungen und den globalen Treibhauseffekt. Sie gibt nützliche Hinweise, wie wir diese Fragen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene behandeln können. Außerdem bietet sie einige biblische und theologische Hilfen zur Verwendung in Arbeitsgruppen und Gemeinden/Gemeinschaften. Wir hoffen, dass die Broschüre das Problembewusstsein fördert und die Einsicht vermittelt, dass wir für den Schutz unseres Planeten etwas tun können. Sie enthält auch Materialien zur Aus- und Weiterbildung. Die Broschüre wird die Fragen der Klimaveränderung und des Treibhauseffektes nicht lösen, sie wird aber das Problembewusstsein schärfen. Dies ist bereits ein Schritt auf dem Weg zur Lösung der Probleme.

Die Broschüre will folgende Fragen behandeln:

Was bedeuten Treibhauseffekt und Klimaveränderung?

Was sind die Ursachen des Treibhauseffektes?
• Was sind die Folgen im Hinblick auf soziale Gerechtigkeit?
• Wie wirkt sich der Treibhauseffekt aus?

Was geht das uns Ordensleute an, und warum sollen wir uns damit befassen?

Was sagt unser Glauben zum Thema Ökologie?

Was können wir HEUTE tun?

Was bedeuten Treibhauseffekt und Klimaveränderung?

Das Klima der Erde verändert sich, weil menschliche Aktivitäten die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre verändern insbesondere durch die Erhöhung von Treibhausgasen wie Kohlendioxyd, Methan und Fluorkohlenwasserstoff. Die Wärmebindung, eine Eigenschaft dieser Gase ist unbestritten.

Sonnenenergie bestimmt unser Wetter sowie das Klima der Erde und erwärmt die Erdoberfläche. Die Erde reflektiert jedoch Energie wieder zurück ins All. Atmosphärische Treibhausgase (Wasserdampf, Kohlendioxyd und andere Gase) binden einen Teil dieser reflektierten Energie und halten die Wärme zurück wie das Glasdach eines Treibhauses. Ohne diesen natürlichen Treibhauseffekt wären die Temperaturen viel niedriger als sie jetzt sind, und Leben, wie wir es heute kennen, wäre unmöglich. Dank dieser Treibhausgase ist die mittlere Temperatur der Erde eine eher angenehme, etwa um 60F/15C.

Probleme entstehen, wenn die atmosphärische Konzentration der Treibhausgase zunimmt. Mit der industriellen Revolution hat sich die atmosphärische Konzentration von Kohlendioxyd um beinahe 30% erhöht, die von Methan hat sich mehr als verdoppelt und die von Fluorkohlenwasserstoff hat ungefähr um 15% zugenommen. Die erhöhte Konzentration dieser Treibhausgase hat die Wärmebindung der Erdatmosphäre verstärkt. Woher kommt diese Erhöhung der Treibhausgase? Wissenschaftler sind allgemein der Ansicht, dass die Verbrennung fossiler Brennstoffe und andere menschliche Aktivitäten die Hauptursache für die Zunahme der Konzentration von Kohlendioxyd und anderer Treibhausgase sind.

  • Klimaveränderung ist eine der alarmierendsten globalen Probleme im 21. Jahrhundert.
  • Neuere Studien haben ergeben, dass ein Großteil der Erwärmung in den vergangenen 50 Jahren auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen ist.
  • Das Klima verändert sich jetzt, und voraussichtlich werden die Auswirkungen des Treibhauseffektes in Zukunft größer sein, als man bisher angenommen hat.

Die meisten Studien zur Klimaveränderung stimmen darin überein, dass wir einer unvermeidlichen Erhöhung der Erdtemperatur gegenüberstehen, und dass eine Klimaveränderung wohl schon begonnen hat. Im Dezember 1997 und im Dezember 2000 hat das „Zwischenstaatliche Gremium zur Klimaveränderung“ (IPCC), eine Gruppe von über 2000 internationalen Wissenschaftlern, nachgewiesen, dass die jüngsten Klimaveränderungen hauptsächlich auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen sind. Die folgenden Fakten und Zahlen geben einen Einblick in die heutige Situation:

  • Gewaltige Naturkatastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen, Taifune, Orkane und Dürre nehmen zu. Unwetterkatastrophen haben sich seit 1960 vervierfacht.
  • Die durchschnittliche Erdtemperatur wird in diesem Jahrhundert wohl um 5 Grad Celsius (10 Grad Fahrenheit) zunehmen; diese Erhöhung kann regional auch höher liegen. Die Eiskappe der Arktis hat sich schon bedeutend verdünnt.
  • Das Abholzen von Wäldern bewirkt 20% der von Menschen verursachten, klimarelevanten Kohlendioxidemissionen.
  • Seit dem Zweiten Weltkrieg ist die Zahl der Kraftfahrzeuge in der Welt von 40 auf 680 Millionen gestiegen. Kraftfahrzeuge tragen zur Erhöhung der vom Menschen verursachten Kohlendioxidemissionen in die Atmosphäre bei.
  • In den letzten fünfzig Jahren wurden mehr als 50% der Wasser- und Energievorkommen der Welt verbraucht und über 50% des Waldbestandes der Welt zerstört.

Was sind die Ursachen des Treibhauseffekts?

Die Erde erwärmt sich, wenn die Konzentration der Treibhausgase (GHG), insbesondere Kohlendioxyd (CO2) und Fluorkohlenwasserstoff (CFC), in der Atmosphäre infolge menschlicher und industrieller Aktivitäten zunimmt. Das schwerwiegendste Treibhausgas ist Kohlendioxyd, das vor allem als Nebenprodukt bei der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas entsteht sowie durch Rodung und Waldbrand. Distickstoffoxid wird von Fahrzeugen und industrieller Emission produziert, während die Methanemission sowohl von der Industrie als auch von der Landwirtschaft verursacht wird. Fluorkohlenwasserstoff (CFC) greift den Ozongürtel an und verstärkt den Treibhauseffekt; allerdings wird es jetzt unter dem „Montreal-Protokoll“ allmählich abgebaut. Kohlendioxyd, Fluorkohlenwasserstoff, Methan und Distickstoffoxid belasten die Atmosphäre, weil sie mehr Sonnenhitze einfangen. Die Meere und die Vegetation sind gewaltige Auffangbecken zur Bindung von CO2, die Emissionen übersteigen jedoch deren Kapazität. Daraus folgt, dass die jährlich zusätzliche Menge GHG in der Atmosphäre den Treibhauseffekt verstärkt.

In den vergangenen 100 Jahren ist der Weltenergieverbrauch gestiegen. Mindestens 70% werden in den Industrieländern verbraucht; 78% der verbrauchten Energie stammen von fossilen Brennstoffen. Dies schafft ein Ungleichgewicht: Es gibt Regionen, die immer mehr verarmen, und andere, die daraus gewaltigen Nutzen ziehen. Erneuerbare Energie (Sonne, Wind, Biomasse, Wasser, insbesondere kleine und kleinste Projekte), die den Verbrauch fossiler Brennstoffe stark verringern könnte, wird im Norden wie im Süden der Welt finanziell nur geringfügig gefördert im Vergleich zu den gewaltigen Subventionen und Investitionen für fossile Brennstoffe und Kernenergie.

Das Abholzen von Wäldern reduziert die Absorption von Kohlenstoff durch Bäume und ist für 20% der Zunahme der Kohlenstoffemission verantwortlich; es verändert auch das lokale Mikroklima und den Wasserkreislauf und vermindert ebenso die Fruchtbarkeit des Bodens.

Will man folgenschwere Klimaveränderungen vermeiden, muss man, so das IPCC, den heutigen Stand der Konzentration von CHG in der Atmosphäre durch eine wenigstens 50% Verringerung der CHG Emission so bald als möglich stabilisieren. Wenn nichts getan wird, dann zeigt die folgende Liste einige der schrecklichen Auswirkungen, die uns bevorstehen:

bullet Der Anstieg des Meeresspiegels wird schreckliche Auswirkungen auf die Menschen haben. Besonders gefährdet sind die Bevölkerung von tief liegenden Inselstaaten, dicht besiedelten Küsten und Flussdeltas und die ärmeren Schichten in Ländern mit regelmäßig wiederkehrenden Dürre- und Überschwemmungsperioden. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2020 drei Viertel der Weltbevölkerung von Dürre oder Überschwemmungen gefährdet sein könnten. Die verarmten Länder werden unverhältnismäßig stärker von diesen Klimaveränderungen betroffen sein; dies ist einerseits bedingt durch die geographische Lage, andererseits durch den Mangel an Kapital, um sich diesen Veränderungen anzupassen und die Auswirkungen abzuschwächen.
bullet Menschliches Leben und andere Lebensräume auf der Erde werden von den Klimaveränderungen schon jetzt belastet. Wissenschaftliche Prognosen verweisen auf die wachsende Verbreitung und Intensität von Symptomen wie Hitze und Stress, auf durch Insekten bedingte tropische Krankheiten sowohl nördlich als auch südlich des Äquators und auf ungesicherte Ernährung.
bullet Die jährlichen Kosten des globalen Treibhauseffektes könnten in fünfzig Jahren bei 300 Milliarden U.S. Dollar liegen, wenn nichts getan wird, um die Treibhausemissionen entscheidend zu reduzieren. Wenn unsere führenden Politiker und Planer nicht sofort handeln, wird die Weltwirtschaft einen ernsten Rückschlag erleiden. Im vergangenen Jahrzehnt haben Naturkatastrophen die Welt $ 608 Milliarden gekostet!
bullet Der Vertreter des UN Umweltprogramms (UNEP) sagte auf der 7. Vertragsstaatenkonferenz (COP-7) der Klimarahmenkonvention (KRK) in Marrakesch (Marokko) im November 2001, dass sich die Ernten einiger Hauptnahrungsmittel der Welt wie Weizen, Reis und Mais, in den nächsten 100 Jahren infolge des Treibhauseffektes um bis zu 30% verringern könnten. Verzweifelte Bauern könnten sich gezwungen sehen, auf kühlere, höher gelegene Regionen auszuweichen und somit Waldflächen, Tiere sowie die Qualität und Quantität der Wasservorräte stärker zu belasten. Jüngste Untersuchungen zeigen, dass eine steigende Zahl der Landbevölkerung in Entwicklungsländern schon von Hunger und Unterernährung betroffen sind.

 

Es gibt weltweit schon 25 Millionen Umweltflüchtlinge

Fragen zum Nachdenken:

bullet Welche Informationen sind neu für mich?
bullet Wie bin ich davon beeindruckt?

 

Der gegenwärtige prekäre Zustand des Planeten ist nicht die Folge des zu starken Verbrauchs der 80% ärmeren Bevölkerung der Zweidrittel-Welt, sondern der 20% Reichsten, die 86% der Weltressourcen konsumieren.

 

Was sagt unser Glaube dazu?

Um glaubwürdig zu sein, muss eine gute Theologie die begründeten Ergebnisse der Naturwissenschaft über die immensen und komplizierten Abläufe des Universums beachten.

Der hl. Bonaventura, in Weiterführung der Erfahrung des hl. Franz, entwickelte eine „Theologie der Schöpfung“. Sie ist wie ein Sakrament. Überall in der geschaffenen Welt begegnet man den Fußspuren Christ. Das Heilige lebt in der Welt. Alles Geschaffene ist Zeichen und Offenbarung des Schöpfers, der überall seine Spuren hinterlässt. Wer die Schöpfung auch nur in geringem Maß absichtlich zerstört, verletzt das Bild Christi, das der gesamten Schöpfung eingeprägt ist. Christus leidet nicht nur, wenn Menschen ihrer Rechte beraubt und ausgebeutet werden, sondern auch dann, wenn Meere, Flüsse und Wälder beschädigt werden. Wenn die Schöpfung als etwas Sakramentales wahrgenommen wird, das auf Gott verweist und zu ihm hinführt, dann werden wir auch herausgefordert, die zwischenmenschlichen Beziehungen nicht von Vorherrschaft und Macht, sondern von Ehrfurcht und Respekt leiten zu lassen.

Was geht das uns Ordensleute an, und warum sollen wir uns mit ökologischen Fragen befassen?

Die Erde kann viele Verletzungen aushalten, aber sie kann das nicht auf Dauer, ohne dass das Überleben der kommenden Generationen gefährdet wird. Wir können etwas dagegen tun.

Ein wirklich bedeutungsvolles Zeichen dazu ist die Botschaft des Papstes zum Weltfriedenstag (1. Januar 1990), wo es um den Frieden mit Gott und den Frieden mit der Schöpfung geht und die ausschließlich Fragen der Umwelt und Entwicklung behandelt. Darin werden die Christen eindringlich daran erinnert, „dass die Verantwortung gegenüber Natur und Schöpfung wesentlich zum Glauben gehört.” (Nr. 15)

Weil die Welt Gott gehört, darum gibt es nicht nur eine gesellschaftliche Gerechtigkeit, nicht nur die rechten Beziehungen der Menschen untereinander, sondern auch eine ökologische Gerechtigkeit, nämlich die rechten Beziehungen der Menschen zur übrigen Schöpfung. Schöpfung wird als Lebensgemeinschaft verstanden, die untereinander und mit dem dreifaltigen Gott verbunden ist. Ökologische Integrität ist wesentlicher Teil aller Glaubenstraditionen und ein wichtiges Thema, das zu mehr Dialog, Zusammenarbeit und gegenseitigem Verständnis führen kann.

Kirchen und Gruppen von Ordensleuten sind in Fragen Klimaschutz schon sehr engagiert. In der bereits bestehenden ökumenischen Atmosphäre sollten wir auch mit anderen Christen und Vertretern anderer Religionen in diesen Fragen zusammenarbeiten.

Warum wir?

bullet Wir können die ‘Zeichen der Zeit ' lesen.
bullet Wir sind eingeübt in den Prozess der Entscheidungsfindung.
bullet Wir haben Ressourcen, Netzwerke und Kanäle, um Informationen und Fakten zum Thema Klimaschutz weiterzuleiten.
bullet Unsere Spiritualität und unser Charisma verpflichten uns zur Versöhnung und zur Wiederherstellung rechter Beziehungen.
bullet Wir sind berufen eine prophetische Rolle wahr zu nehmen.
bullet Wir sind geprägt von Werten wie Gemeinwohl und Solidarität mit Leidenden und Bedürftigen.

Es ist Aufgabe von uns Frauen und Männern in Orden und geistlichen Gemeinschaften, die Schönheit und die Gegenwart Gottes in allem zu entdecken. Eine solche Betrachtung kann uns zur „Metanoia“ führen, zur Umkehr des Herzens. Das wäre zu Beginn des neuen Jahrtausends eine gute Antwort auf die Krise unseres Planeten, der unserer Heimat ist und eine Schöpfung Gottes.

Unsere Antworten werden je nach Region und Ort verschieden ausfallen. Rechte Beziehungen zur Schöpfung werden in einer Wohlstandsgesellschaft, in Ländern, die vom Konsum und Materialismus geprägt sind, anders aussehen müssen als in einer Gesellschaft, in denen es an den Grundvoraussetzungen zu einem menschenwürdigen Leben fehlt.

Fragen zum Nachdenken:

  • Sollten sich Ordensleute um ökologische Fragen kümmern?
  • Gibt es noch andere Gründe, warum Ordensleute sich darum kümmern sollten?
  • Welche Haltungen finde ich bei meinen Mitbrüdern/Mitschwestern zu Fragen der Umwelt?

Auf dem Weg zu einer christlichen Umwelt Ethik

Wichtige Elemente einer Ethik der Solidarität sind:

  • die Anerkennung, dass die Schöpfung in sich ein Wert ist;
  • die Einbeziehung der Umwelt, wenn es um das Gemeinwohl geht;
  • die Notwendigkeit institutioneller Strukturen als Voraussetzung für das Gemeinwohl
  • und die Verbindung von Ökologie und Entwicklung.

Jede Umwelt-Ethik wird Strategien integrieren müssen, die die wirtschaftliche Entwicklung mit dem ökologischen Gleichgewicht verbindet.

Grundlage jeder Ethik ist die Anerkennung des anderen
und meine Verantwortung ihm gegenüber.

Wenn ich den anderen in seiner Freiheit und in seiner Würde anerkenne, muss ich mein Verhalten ihm gegenüber ändern, und zwar so, dass sich darin mein Respekt vor ihm ausdrückt. Die Reduzierung der Schöpfung auf einen Gebrauchswert führt zu einer schwerwiegenden Schädigung der Umwelt. Die Auffassung des hl. Franz, der hl. Hildegard von Bingen und vieler anderer Mystiker erkennt in der Schöpfung eine unabhängige moralische Instanz, weil sie von Gott aus Liebe geschaffen worden ist.

Es gibt ein Gemeinwohl, das territoriale und nationale Grenzen überschreitet.

Das Wohl der Ozeane, der Wälder, der Atmosphäre, der Tierwelt, der Fische und der Pflanzenarten ist zu einem Anliegen geworden, das nationalstaatliches Interesse übersteigt. Umweltfragen verpflichten uns, das Gemeinwohl neu nach globalen Gesichtspunkten zu definieren. Wenn wir die Ressourcen unsere Erde schneller verbrauchen als sie sich regenerieren können, oder wenn nicht erneuerbare Energien ohne Rücksicht auf zukünftige Generationen ausgebeutet werden, treiben wir Raubbau an deren Kapital. Leonardo Boff spricht von der Menschheit als das Gewissen der Erde. Diese Sicht hilft uns, die gegenseitige Abhängigkeit alles Geschaffenen neu schätzen zu lernen. Auch wenn der Mensch nach dem Plan Gottes eine einmalige Stellung und Rolle im Universum hat, kann er auf Dauer nicht ohne gesunde Beziehungen zur Umwelt leben. Der Mensch braucht die Schöpfung zum Überleben, die Schöpfung jedoch braucht nicht den Menschen.

Es ist heute notwendig, geeignete Strukturen für einen globalen Umweltschutz aufbauen. Das bedeutet, internationale Einrichtungen wie die Vereinten Nationen und internationale Abkommen wie z.B. das Kioto-Protokoll zu fördern und zu unterstützen.

Umwelt übersteigt die Zuständigkeit von Nationalstaaten.

Was können wir JETZT tun?

Umweltschutz kann nur mit allen und von allen verwirklicht werden.

Die “Umweltkrise” ist im Grunde eine Wertekrise. Wir brauchen eine Veränderung unseres Verhaltens, um die Welt differenzierter wahrnehmen zu können. Neben einer Änderung unseres täglichen Lebensstils, bedarf es einer veränderten nationalen und internationalen Politik. Ökologische Umkehr ist gefordert (vgl. Papst Johannes Paul II, 17. Januar 2001), sowie ein tieferes Verständnis von Klimaschutz und ökologische Fragen. Es braucht eine Öffentlichkeitsarbeit, die nicht nur auf die Bedrohung des Planeten hinweist, sondern auch auf seinen geheimnisvollen Existenzgrund.

Was können Ordensleute tun? Hier sind einige Anregungen:

bullet Ordensleute können Wege zum Energiesparen aufzeigen. Unser gemeinschaftlicher Lebensstil ist eine einmalige Gelegenheit, den Weg der Bewahrung und der Wiederverwerten zu gehen.
bullet Einige von uns, die sich in der komplizierten Materie besser auskennen, haben vielleicht schon Änderungen in ihrem Lebensstil vorgenommen und sich in politischen Aktionen für Änderungen eingesetzt.
bullet Für andere sind die Informationen in dieser Broschüre ein Anfang, die Dringlichkeit der Situation zu verstehen.
bullet Ordensleute haben oft Kontakt mit lokalen Nicht-Regierungs-Organi-sationen der Vereinten Nationen (NGO’s) für die Umwelt und sind an einigen Projekten oder Kampagnen aktiv dabei. Suche auf der Internetseite des „Global Climate Network“ nach NGOs in Deinem Land, die sich auf Klimaschutz spezialisieren.
bullet Lade Umweltschützer zum Gespräch in Gemeinschaften/Gemeinden ein.
bullet Kümmere dich um Landlose, Vertriebene, Flüchtlinge, Eingeborene und unterstütze ihre Anliegen um Land, Wasser und Wälder.
bullet Was sonst noch…?

 

Wusste ich schon, dass wir zum ersten Mal in der Geschichte eine gesetzlich bindende internationale Vereinbarung zum Umweltschutz haben
(das Kioto-Protokoll),
zur Reduzierung der Treibhausgase.
Damit es umgesetzt werden kann, muss es von 55 Staaten ratifiziert werden
(es gibt bislang 46).
Es muss wenigstens von den Staaten ratifiziert werden,
die für 55% der Welt-GHG-Emission verantwortlich sind.
Dies bedeutet, dass die meisten der wichtigsten Industriestaaten es noch ratifizieren müssen. Wenige haben es bisher getan.

Persönlich und gemeinschaftlich können wir die drei „R“ praktizieren.

Recycle (Wiederverwertung) …

bullet Überprüfe die Verbrauchergewohnheiten, und kaufe oder benütze Waren, die nicht aufwendig verpackt sind. Suche gute „grüne“ Marken von Spülmittel, Waschpulver und Reinigungsmittel.
bullet Verwerte alles wieder, was möglicherweise wiederverwertet werden kann: Plastik, Schalen von frischem Obst und Gemüse, Papier und Pappe, Glas und Zinn.
bullet Errichte einen Komposthaufen. Gib einige Würmer, Blätter, Zweige und andere Gartenabfälle dazu. Der Kompost wird sich zu einem natürlichen und ausgezeichneten Dünger entwickeln.
bullet Ermutige Hersteller, die Verantwortung zur Wiederverwertung oder Entsorgung von gebrauchten Teilen in Gütern und Maschinen wie Fernseher und Computer zu übernehmen.
bullet Was sonst noch…?

Reduziere (Verminderung) …

bullet Reduziere den Wasserverbrauch.
bullet Reduziere die Abhängigkeit vom Auto.
bullet Reduziere das Verbrennen von Dingen, die man nicht wiederverwerten kann.
bullet Reduziere CFC oder CFC-Ersatzemissionen. Vermeide Aerosol. Verwende energiesparende Geräte. Reduziere den Verbrauch von Elektrizität durch die Verwendung von Strom sparenden kompakten Leuchtstofflampen.
bullet Was sonst noch…?

Remind (Erinnerung) …

bullet Erinnere Länder und Gemeinden eindringlich an ihre Verpflichtung zum Recycling und zur Reduzierung von Abfall. Fordere sie auf, ihre Bestimmungen über Recycling und Abfallentsorgung auf den neuesten Stand bringen.
bullet Fordere die örtlichen Geschäfte eindringlich auf, die Verpackung von Produkten zu vereinfachen.
bullet Mache die Gemeindeverwaltung darauf aufmerksam, Strom zu sparen und effiziente elektrische Systeme zu benützen.
bullet Erinnere die Bundesregierung an die in Erklärungen und Protokollen zur Umwelt eingegangenen Verpflichtungen.
bullet Erinnere im täglichen Leben jeden daran, die Umwelt weniger zu belasten und die drei „R“ zu ihrem Verhaltensmuster zu machen.
bullet Was sonst noch…?

 

Unterzeichne und fördere die „Erd-Charta“!
http://www.earthcharter.org
in verschiedenen Sprachen erhältlich.

 

Nimm Kontakte zum Umweltministerium und zu Politikern auf. Erkundige dich über die konkrete Anwendung des Kioto-Protokolls. Falls du in den USA lebst, die sich vom Kioto-Protokoll zurückgezogen haben, schreibe an den Präsidenten und ersuche ihn, sich dem Protokoll wieder anzuschließen. Nimm Kontakte zum nächsten UNO-Koordinator auf (normalerweise beim UN Büro in jedem Land) und finde heraus, welche Klimaschutzprojekte von UN-Organisationen in deinem Land durchgeführt werden. Die Liste der Länder, die die Protokolle (nicht) ratifiziert haben, findet sich bei: http://www.unfccc.int

Besinnung und Gebet

Nachdem diese einfache Broschüre gelesen wurde, schlagen wir vor, in Gemeinschaft oder mit Freunden zu Besinnung und gemeinsamem Gebet zusammenzukommen. Nähere Vorbereitung: ein einfacher Raum, ein Gefäß mit Wasser, eine Kerze, etwas Erde.

Einladung zum Gebet:

„Umweltschutz ist letztlich eine Einladung zur Bewahrung der Schöpfung und zur Mitverantwortung, dass bei aller menschlichen Aktivität in der Umgestaltung der Erde das dynamische Gleichgewicht alles Lebenden, das auf Land, Luft und Wasser angewiesen ist, nicht zerstört wird. Die Umwelt ist zu einer zentralen Frage des sozialen, wirtschaftlichen und politischen Lebens geworden wegen der steigenden Belastungen, die oft vor allem die ärmeren Schichten treffen. Das Risiko der Klimaveränderung und die Zunahme von Naturkatastrophen stellen den Kurs der modernen Gesellschaft in Frage. Weder die wachsende Kluft zwischen Reich und Arm noch der Überkonsum von Ressourcen und die Verringerung der Artenvielfalt darf uns gleichgültig lassen.” Kardinal Francois Xavier Nguyen Van Thuan, Präs. Des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden.

Gemeinsames Gebet: Psalm. 148,1-10

Moment der Stille zum Nachdenken über die folgenden Fragen:

  • Was hat mich in der Lektüre dieser Broschüre am meisten beeindruckt?
  • Welche Haltungen entdecke ich in mir selbst?
  • Gibt es Anzeichen des Treibhauseffekts in meiner Umgebung?
  • Nehmen die Dokumente meiner Kongregation (Konstitutionen, Kapitelsdokumente, etc.) Bezug auf die Bewahrung der Schöpfung?
  • Hat meine Bischofskonferenz eine Erklärung zum Thema Treibhauseffekt/Klimaschutz abgegeben?

Einladung zur Aktion:

Was kann ich/wir konkret tun, um meine Mitverantwortung zum Klimaschutz auszudrücken?

Schlussgebet:

Lobet und preiset meinen Herrn, dankt ihm und dient ihm in Demut!
Gepriesen bist Du, mein Herr, durch Schwester Sonne.
Sie gibt uns das Licht, erhellt uns den Tag.
Wie strahlend ist sie, gewaltig und schön.
In ihrer Pracht ist sie Dein Sinnbild, mein Herr.
Gepriesen bist Du mein Herr, durch Mond und Sterne.
Am Himmel schufest Du sie, leuchtend und schön.
Gepriesen bist Du, mein Herr, durch Bruder Wind.
Alles lässt Du blühen und gedeihen, mein Herr.
Gepriesen bist Du, mein Herr, durch Schwester Wasser.
Wie nützlich ist sie, kostbar und keusch.
Gepriesen bist Du, mein Herr, durch Bruder Feuer.
Schön ist es und fröhlich und stark, mein Herr.
Gepriesen bist Du, mein Herr, durch Mutter Erde,
die uns ernährt und verpflegt und Früchte uns spendet.
Gepriesen bist du, mein Herr, durch Blumen und Kräuter
und durch alles, was Du erschufst, mein Herr.
Lobet und preiset meinen Herrn,
dankt ihm und dient ihm in Demut!

Eine gekürzte Form vom „Lobpreis der Schöpfung“ (Franz von Assisi)

Informationen zum tieferen Verständnis der Fragen und Anregungen zur Aktion:

Eine Auswahl von Internet Seiten und anderen Quellen (viele gibt es in mehreren Sprachen):

  1. Greenpeace: http://www.greenpeace.org/
  2. Climate Voice: http://www.climatevoice.org/
  3. “Earth Charter”- http://www.earthcharter.org/
  4. Friends of the Earth: http://www.foei.org/
  5. Planet Ark: http://www.planetark.org/index.cfm
  6. International Institute for Sustainable Development: http://www.iisd.ca/
  7. Union of Concerned Scientists: http://www.ucsusa.org/warming/index.html
  8. UN Framework Convention on Climate Change: http://www.unfccc.int
  9. World Wildlife Fund: (simple explanation on climate change in four languages) http://www.panda.org/resources/publications/climate/crisis/crisis.htm
  10. UN Environment Program: http://www.unep.org
  11. UN Development Program:: http://www.undp.org
  12. Food and Agriculture Organization; http://www.fao.org
  13. Alliance for Religions and Conservation: http://www.religionandconservation.org
  14. Climate Action Network http://www.climatenetwork.org
  15. World Council of Churches Climate Change Programme: Dr. David G. Hallman, WCC Climate Change Programme Coordinator, c/o The United Church of Canada, 3250 Bloor Street West, Toronto, ON, Canada M8X 2Y4 Tel: +1-416-231-5931 Fax: +1-416-231-3103 E-mail: dhallman@sympatico.ca

Ressourcen in anderen Sprachen

Deutsch:
http://www.hamburger-bildungsserver.de/welcome.phtml?unten=/klima/infothek.htm
http://www.klimaschutz.de/kbklima/
http://www.klimabuendnis.at/daskb/index.html
http://www.treibhauseffekt.com/

Französisch
http://www.agora21.org/mies/chan-clim1.html
http://fr.fc.yahoo.com/r/rechauffement.html

Spanisch:
http://www.pangea.org/personasenaccion/
http://www.ine.gob.mx/ http://www.lareserva.com/

Hl. Schrift:
Gen 1,1-2,3; 9,9-11
Ex 3,7-10; 15,22-27; 23,10-12
Lev 25,1-24
Weish 11, 24-26,
Jes 11,1-9; 40,12-31
Dan 3,57ff
Ps 8; 19; 24; 104,16-23; 136; 148,1-4 & 7-10
Spr 8,22-31
Mk 5,35-41
Mk 12,29-31,
Mt 5,1-14
Mt 12,22-34
Mt 6,26-30
Lk 1619-31
Joh 9; 12,23-26
Röm 8,18-25
Kol 1,15-20
Offb 21,1-5; 6,16-21
Röm 8, 22-24, 1
Kor 3,9,

Kirchliche Dokumente zur Ökologie
(siehe Dokumentation der nationalen und regionalen Bischofskonferenzen und Synoden)

  1. Botschaft zum Weltfriedenstag Johannes Paul II (1Januar 1990): Frieden mit Gott dem Schöpfer, Frieden mit der ganzen Schöpfung,
  2. Katechismus der katholischen Kirche: 299-301; 307; 339-341; 344 2415-2418
  3. Enzyklika Populorum Progressio, 23, 24,
  4. Enzyklika Fides et Ratio, 104
  5. Enzyklika Centesimus annus, 37-38,
  6. Enzyklika Laborem exercens, 4,
  7. Enzyklika Mater et Magistra, no 196, 199,
  8. Apostolisches Schreiben Octogesima adveniens, 21,
  9. Enzyklika Redemptor hominis, 8, 15,
  10. Enzyklika Sollicitudo rei socialis, 26, 29, 34,

Tage der Ökologie und Umwelt

22 März Internationaler Tag des Wassers
22 April Tag der Erde
22 Mai Internationaler Tag der Biologischen Vielfalt
5 Juni Welt Umwelt Tag
17 Juni Welttag zur Verhinderung von Wüsten
16 September Tag zum Schutz des Ozongürtels

 

Vorschläge oder Kommentare zum Inhalt dieser Broschüre bitte an Deinen JPIC Koordinator richten oder an:

Michael Heinz
svd.jpic@verbodivino.it