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5. Juni 2005 Internationaler Tag der Umwelt

er Internationale Tag der Umwelt (World Environment Day) wird jedes Jahr am 5. Juni in über 100 Ländern der Welt begangen. Er wurde 1972 von der Vollversammlung der Vereinten Nationen eingeführt, um die Aufmerksamkeit der ganzen Welt darauf zu richten, dass die Umwelt wichtig ist, und anzuregen, dass Umweltfragen politisch beachtet und konkret angegangen werden. Der Tag der Umwelt sucht die Menschen zu gewinnen, aktive Befürworter einer nachhaltigen Entwicklung zu werden, das Verständnis zu fördern, dass den Gemeinden eine Schlüsselrolle für die Verhaltensänderung gegenüber Umweltfragen zukommt, und sich für eine Partnerschaft einzusetzen, die gewährleistet, dass alle Völker und Nationen eine sicherere und bessere Zukunft erleben können.

Johannes-Paul II sagte schon in seiner Botschaft zum Weltfriedenstag 1990:

“Die moderne Gesellschaft wird keine andere Lösung für das ökologische Problem finden, als dass sie allen Ernstes ihren Lebensstil überdenkt. In vielen Teilen der Welt lebt die Gesellschaft der sofortigen Befriedigung und dem Konsum, ohne Rücksicht auf den Schaden, der dadurch entsteht. Wie ich bereits sagte, der Ernst der ökologischen Probleme offenbart, wie tief die menschliche Moral in der Krise steckt. Wenn es an Achtung vor dem Wert der menschlichen Person und des menschlichen Lebens fehlt, verlieren wir auch das Interesse aneinander und sogar an der Erde. Einfachheit, Mäßigung und Disziplin wie auch Opfergeist müssen Teil unseres tagtäglichen Lebens werden; anderenfalls werden alle Menschen unter den negativen Auswirkungen des sorglosen Verhaltens einiger weniger zu leiden haben.” (Johannes Paul II., 1990 Weltfriedenstag 1990, Nr. 13)

Im Zusammenhang mit Umwelt gibt es viele Sorgen; auf drei von ihnen wird hier näher eingegangen.

Klimawandel

Klimawandel ist eine der schwersten und weitreichendsten Herausforderungen, denen sich die Menschheit im 21. Jahrhundert gegenüber sieht. Weltweit ist sich die Wissenschaft, angeführt vom Zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaveränderungen, (UNO Organ) darüber einig, dass die Erderwärmung zunimmt und die Anhäufung von Kohlendioxyden und anderen Treibhausgasen in der Atmosphäre größten Teils vom Menschen selbst verursacht ist. Die Wissenschaft ist sich auch einig, dass die davon ausgehende Gefahr mit den Jahrzehnten zunehmen wird.

Eine amerikanische Zeitschrift schreibt in einem kürzlich veröffentlichten Artikel:

Gletscher verschwinden, die antarktischen Eisschollen brechen, Grönlands Eisberge schmelzen ab, der Polarwinter wird kürzer und das Polareis dünner. Pinguinen werden ihrer Niststätten beraubt, und die Polarbären verlieren ihre Brutplätze. Überall in der nördlichen Hemisphäre wandert die Tier- und Pflanzenwelt immer weiter nach Norden. Erderwärmung ist nicht mehr nur eine vom Computer erstellte Prognose; sie wird zunehmend nachweisbare Tatsache. Das Klima der Erde verändert sich und zwar schneller, als Klimatologen vorhergesagt hatten.” (Amerika, Bd. 192, Nr.9, 14. März 2005).

Globale Erwärmung lässt nicht nur die Temperaturen auf dem Planeten steigen, sondern erhöht auch die Wahrscheinlichkeit von schweren Stürmen, bedroht die Artenvielfalt, trägt bei zu von Hitze ausgelösten Krankheiten und verursacht in anfälligen Gebieten wie Inselstaaten Überflutung.

Was können wir tun?

Wasser

Wasser ist ein wichtiger Teil unserer Umwelt. Wir sollten die Wasserressourcen und deren Erhaltung verbessern. Wussten Sie, dass es nicht so etwas wie „neues Wasser“ gibt, dass Wasser immer nur wieder aufbereitet und eine andere Version des gleichen Tropfens ist? In einem beständigen Kreislauf von Bewegung und Erneuerung erhält und nährt das Wasser der Erde seit Anfang der Zeiten das Leben auf dem Planeten. Das Wasser, das Sie heute trinken, war vielleicht einmal ein Teich, in dem Dinosaurier wateten. (Every Body Counts, Every Drop Matters. Donna Goodman, UN Classroom Resource Guide on Water).

Der Zugang aller zu sauberem und gesundem Wasser ist eines der UN-Millenniumsziele (United Nations’ Millennium Development Goals).

Was können wir tun?

Nachhaltige Entwicklung

Das Jahrzehnt für Nachhaltige Entwicklung (2005-2015) gibt die Möglichkeit zur Bewusstseinsbildung gegenüber Umweltproblemen. Die Soziallehre der Kirche gibt uns die Grundsätze unseres Glaubens als Leitfaden für unsere Reflexion und unser Handeln.

  • Begehen Sie den Internationalen Tag der Umwelt in einer besonderen Weise.
  • Nehmen Sie sich im Laufe des Tages Zeit für ein kontemplativen Augenblick und fragen Sie sich: Gibt es konkrete Möglichkeiten, wie ich Ehrfurcht vor der Erde in meinem Alltag zeige (durch Arbeit im Garten, durch Unterstützung von Recycling, durch sorgfältige Nutzung von fossilem Brennstoff, durch bewusst reduzierten Verbrauch, durch Wahl von biologischer Ware auf dem Markt, durch überlegten Konsum, durch Mitgliedschaft in einer Kooperative)?
  • Lernen Sie über Erderwärmung oder Wasser oder nachhaltige Entwicklung etwas Neues. Das unten aufgeführte Quellenmaterial könnte dabei hilfreich sein.
  • Machen Sie sich mit der Katholischen Soziallehre zur Integrität der Umwelt und der ganzen Schöpfung vertraut wie auch mit diesbezüglichen Aussagen anderer Religions- und Glaubensgemeinschaften.
  • Informieren Sie sich über die Verbindung zwischen der Erdcharta, den UN-Millenniumszielen, dem Jahrzehnt für nachhaltige Entwicklung und der Dekade des Wassers.
  • Verbringen Sie einen besinnlichen Augenblick im Freien und betrachten Sie einen Vogel, ein Insekt, eine Blume, oder verweilen Sie einfach in aller Stille in Gottes Schöpfung.
  • Fördern Sie die Erfüllung von Ziel Sieben der Milleniumsziele der Vereinten Nationen unter dem Thema „Umwelt“ Goal 7 Ensure Environmental Sustainability, indem Sie sich erkundigen, was Ihr Land zur Erreichung der Millenniumsziele tut.
  • Machen Sie einen Spaziergang und nehmen Sie bewusst wahr, welche Vielfalt an pflanzlichem und tierischem Leben Sie sehen.
  • Achten Sie tagsüber darauf, wie Sie mit Wasser umgehen, danken Sie am Abend für das Geschenk des Wassers.
  • Beteiligen Sie sich an der Kampagne von Millionen Menschen auf der ganzen Welt, die unsere Staatsoberhäupter bitten, über ihr Versprechen Rechenschaft abzulegen. (Führende Politiker treffen sich bei der UNO im September 2005, um zu überprüfen, was sie in den vergangen fünf Jahren getan haben hinsichtlich ihres Versprechens, Armut, Analphabetismus, Ungleichstellung und Krankheit in den armen Ländern wesentlich zu reduzieren und ihren Beitrag zur Erreichung der Millenniumsziele zu leisten.) Ein erster und ernster Schritt ist die Schuldenfrage. Siehe auch http://www.svdcuria.org/public/jpic/mdg2005/index.htm

Weitere Quellen

Klimawandel http://www.bine.info/pdf/publikation/ba0103internet.pdf

Jahrzehnt für nachhaltige Entwicklung

Dekade des Wassers

Erderwärmung

“Es ist zweifellos ungerecht, dass ein paar Privilegierte weiterhin Güter im Übermaß anhäufen und verfügbare Ressourcen vergeuden, während Massen von Menschen im Elend leben - an der untersten Überlebensgrenze. Die dramatische Gefahr des ökologischen Zusammenbruchs lehrt uns heute das ganze Ausmaß, in dem Gier und Selbstsucht – sowohl auf individueller wie auf gemeinschaftlicher Basis - im Gegensatz zur Schöpfungsordnung stehen, einer Ordnung, für die Aufeinander-Angewiesensein charakteristisch ist.”

(Papst Johannes Paul II., Weltfriedenstag 1990, Nr. 8)

Gebet

Herr, was du geschaffen hast, ist einfach herrlich!
Nirgends fühle ich mich so wohl wie in der freien Natur,
die du ins Dasein gerufen hast:
das gewaltige Massiv der Berge,
das mächtige Rauschen des Wassers,
das liebliche Zwitschern der Vögel,
das zarte Grün der Bäume,
den Duft der Blumenwiesen,
das flüsternde Rauschen des Windes,
das fröhliche Treiben der Kinder.
Alles das hast du gemacht!
Hier wirst du für uns sichtbar
und kommst uns zum Greifen nah.
Wenn schon deine Werke so wunderbar sind,
wie unaussprechlich schön
musst du selbst sein!
Ich danke dir für jede Erholung,
die ich durch den Umgang mit deiner Schöpfung erfahre.
Danke für die Freude
an deiner vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt.
Danke für die Stärkung
an der bunten Palette von Früchten,
die du hast wachsen lassen.
Du, unser Schöpfer, wir danken dir!

(Eva-Maria Wanner) Aus: Gerdi Stoll (Hg.), Schritte mit dir. Gebete für alle Tage, S. 48 © Copyright 2001 bei Hänssler Verlag, D-71087 Holzgerlingen. Internet: www.haenssler.de