SVD-SSpS MISSIONS ANIMATION

Nachrichtenblatt Nr. 70
Rom, am 25. September 2005 an die SSpS und SVD Missionssekretär/innen und Missionsanimator/innen

 

In dieser Ausgabe:

 

1. Tschad - NEUESTE SVD-MISSION

2. Philippinen - ERSTE SSpS AUS DEM VOLK DER MANGYANEN

3. Indien - TSUNAMI-HILFE: NICHTREGIERUNGSORGANISATI- ONEN GEHEN, SSpS UND SVD ARBEITEN WEITER

4. Ungarn - MISSIONSZELTLAGER UND MISSIONSKALENDER


 

1. Tschad NEUESTE SVD MISSION

Die neueste missionarische Initiative der SVD ist in der Republik des Tschad in Nordafrika. Drei Mitbrüder arbeiten zurzeit dort, Achille Mpila aus dem Kongo, Teofilo Perey von den Philippinen und Anthony Puthumana aus Indien. Ihre vorigen Regionen/Provinzen (Mada-gaskar, Togo-Benin und Kongo) stellten sie großzügigerweise frei, damit sie diese neue Auf-gabe übernehmen konnten. P. Anthony schrieb an den Missionssekretär der Irisch-Britischen Provinz über ihre Arbeit in der Diözese Gore. Er bat darin, den Wohltätern in Irland zu dan-ken und betonte die Wichtigkeit der Ausbildung von Katechisten, ein wichtiger Schritt der Missionsanimation.

In unserer erst kürzlich errichteten Kirchengemeinde Laramanaye verwenden wir liturgi-sche Gewänder und Gegenstände, die wir von apostolischen Arbeitern aus Irland erhalten haben. Bitte, danken Sie den Wohltäter noch ein Mal. Wir sind den Menschen dankbar, die uns beim Aufbau unserer neuen Mission im Tschad helfen.

Zurzeit sind wir in unserer Kirchengemeinde mit Eucharistiefeiern zum Erntedank be-schäftigt. Wir betreuen 45 Dörfer. In jedem Dorf brauchen wir wenigstens einen Tag, hö-ren den Menschen zu und beten mit ihnen. In vielen Orten ist es für die Menschen die ers-te Begegnung mit einem Priester nach vier oder fünf Jahren. Sie sind hoch erfreut nach so langer Zeit an einer Eucharistiefeier teilnehmen zu können. Seit wir hier sind, haben wir Briefe aus bis zu 150 km entfernten Gemeinden bekommen, in denen sie uns bitten, zu ih-nen zu kommen und auch in ihren Dörfern Kirchen zu eröffnen. Viele sind noch nicht ge-tauft und möchten Christen werden. Die Ausbildung von Katechisten ist daher äußerst notwendig. Das können wir in der Hauptstation machen. Drei Unterrichtseinheiten von je 15 Tagen genügen zunächst ein Mal für den Anfang.

Was mich bei meinen Pastoralbesuchen am meisten betroffen machte, war die Zahl der Menschen mit einer Behinderung. Mehr als sieben Prozent der Bevölkerung des Tschad sollen behindert sein. In einigen meiner Dörfer habe ich die Hälfte der Menschen blind vorgefunden, auch viele Lahme und Gehörgeschädigte in vielen Dörfern. In einem Dorf habe ich viele Frauen mit riesigen Schilddrüsenschwellungen angetroffen. Sie alle erwar-ten Hilfe, aber was können wir tun?

Die meisten Kinder besuchen keine Schule. Es gibt aber auch keine Schulen. Gesund-heitszentren sind weit weg. Wir müssen bis nach Bebedja fahren, das mehr als 200 km entfernt ist, wenn wir ganz normale medizinische Versorgung brauchen. Wenn wir einen Zahnarzt brauchen, müssen wir ins 670 km entfernte N’djamena fahren. Wir drei sind je-doch, bis auf regelmäßige Malaria-Anfälle, gesund.

[Für weitere Informationen wenden Sie sich an die SVD-Kommunität im Tschad:
svdchad@yahoo.fr]

 

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2. Philippinen ERSTE SSpS AUS DEM VOLK DER MANGYANEN
 

Im Mai 2005 hat die erste Steyler Missionsschwester aus dem Volk der Mangyanen ihre ers-ten Gelübde abgelegt. Die Gemeinschaft der Mangyanen hat eines ihrer Mitglieder als Missi-onarin für die ganze Welt zur Verfügung gestellt. Madonna T. Virola, eine Journalistin des Inquirer News Service aus Manila schrieb den folgenden Bericht über die Feier.

Ihr Volk hat sich das nicht vorstellen können, dass eine von ihnen eine Dienerin des Hei-ligen Geistes werden könnte. So war es für ihre Gemeinschaft ein historisches Ereignis, als Doyet M. Luarca als erste Mangyanin aus der Gruppe der Hanunuo ihre ersten Gelüb-de ablegte, um Missionsschwester zu werden.

Mehr als 500 Mangyanen, Freunde, Schwestern und Priester waren dabei, als Luarca am 1. Mai in einer jahrhundertealten Kirche am Fuß des Halconberges in Barangay Paitan, Naujan, Ost-Mindoro, ihre Gelübde in einer Feier ablegte, die Elemente von Ritualen der Mangyanen enthielt.

„Es war das erste Mal, dass diese Feier außerhalb unseres Klosters abgehalten wurde. Wir wollten, dass Doyets Familie, ihre Verwandten, Freunde und die Gemeinschaft der Man-gyanen teilnehmen konnten,“ sagte Sr. Milagros Sandoval SSpS, die Provinzleiterin der Dienerinnen des Heiligen Geistes der Provinz Philippinen-Nord.

Die Steyler Missionsschwestern aus Manila, selbst die älteren, kamen in großer Zahl, um begeistert eine Mangyanin in ihrer Kongregation zu begrüßen. Bischof Warlito Cajandig, der stolz war, seine Mitra zum ersten Mal seit 16 Jahren zu tragen, führte eine Gruppe von Diözesanpriestern, Novizen und Missionaren der Gesellschaft des Göttlichen Wortes (SVD) an. Ein LKW voll Mangyanen kam aus Dangkalan, einer kleinen Insel im südlichs-ten Teil von Ost-Mindoro, aus der Kleinstadt Bulalacao. Ihre Führer, Ana Galicia und Ba-dang Isidro, sagten, sie seien sehr stolz, dass eine von ihnen jetzt einer Kongregation an-gehöre, die seit 33 Jahren unter ihnen verschiedene Dienste verrichtete.

„Die Mangyanen sind jetzt Mitverwalter, vorher wurden sie verwaltet,“ sagte P. Ewald Dinter SVD, der Direktor der Mangyanen-Mission in Ost-Mindoro.

Am Anfang war Luarcas Familie gegen ihre Berufswahl. Sie erwarteten von ihr, dem fünften Kind von neun Kindern, bei der Haushaltsarbeit in Dangkalan zu helfen. Luarca wuchs wie jedes andere Mädchen der Mangyanen auf, kletterte gern auf Bäume und be-stieg gern Berge, ohne darauf zu achten, ob sie schmutzig wurde. Sie erhielt den Bachelor of Science in Education (Grundschullehrerin) am Divine Word College in der Stadt Cala-pan, der Provinzhauptstadt, und trug zur schulischen Ausbildung ihre jüngeren Geschwis-ter von ihrem Gehalt als Lehrerin bei. Luarca lernte die Steyler Missionsschwestern wäh-rend ihrer siebenjährigen Tätigkeit als Lehrerin in einer Tugdaan Schule in Naujan ken-nen.

„Marunong ang Diyos sa kagandahan (Gott kennt die Schönen)“, sagte die 77-jährige U-lim, eine Gemeindeleiterin, über den Eintritt ihrer Tochter bei den Missionsschwestern.

Während der Feier wurde Luarca, wie eine Braut, von ihrem Vater zum Altar geleitet. Beide waren nach Art der Mangyanen gekleidet. Als Teil eines Rituals der Mangyanen, wurde ein Feuer entzündet, bevor die Prozession die Kapelle betrat, um die Umgebung von bösen Geistern zu befreien. Davor war ein budyong, ein Horn, drei Mal geblasen worden. Nach der Homilie gaben Frau Ulim, P. Dinter und Sr. Sandoval ihren Segen und ihre Ermahnungen. Nachdem sie gesprochen hatten, erhielt Luarca das Ordenskleid und den Schleier. Während sie sich umzog, wurde ein Gong geschlagen zum Tanz und zur Danksagung. Während der Gabenbereitung wurden Feuer, Früchte, Erde, ein Kleid der Mangyanen, ein Kreuz, die Konstitutionen der Dienerinnen des Heiligen Geistes, Brot und Wein zum Altar gebracht. Luarca legte ihre Gelübde ab, unterschrieb die Dokumente „ka-sulatan“ und trug ein Danklied vor.
 

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3. Indien TSUNAMI-HILFE: NICHTREGIERUNGSORGANISATI- ONEN GEHEN, SSpS UND SVD ARBEITEN WEITER
 

Obwohl viele internationale Nichtregierungsorganisationen und die Welt-Medien in andere Krisengebiete weiter gezogen sind, bieten die SVD und SSpS weiterhin denen ihre Dienste an, die unter der Tsunami im Indischen Ozean im Dezember 2004 zu leiden haben. P. Arul James, zwei Steyler Missionsschwestern und sechs Seminaristen von Bhopal arbeiten in den von der Tsunami in Mitleidenschaft Dörfern des Vikariats Colachal. Ein Mal in der Woche treffen sie sich, um ihre Erfahrungen auszutauschen und für die Zukunft zu planen. P. James schickte diesen Bericht an das Nachrichtenblatt der SVD-Provinz Haiderabad.

Die Tätigkeiten unter den von der Tsunami in Mitleidenschaft gezogenen Menschen werden nur noch auf Sparflamme durchgeführt, da die meisten Nichtregierungsorgani-sationen wieder abgezogen sind. Die Menschen haben Hilfe sowohl in Bargeld wie auch in Sachwerten erhalten und einige führende NRO schenken weiterhin Boote und Netze, sobald sie in den Bootswerften hergestellt werden. Faktisch sind alle in Mitlei-denschaft gezogenen Dörfer von einer oder mehreren NRO adoptiert worden, einige sind abgezogen und andere sind um ihren Abzug gebeten worden. Diese Dörfer wer-den jetzt von der CARITAS INDIEN und anderen Organisationen betreut.

In einigen Dörfern wird der Hausbau vorangetrieben in der Hoffnung, dass die Häuser vor dem ersten Jahrestag der Tsunami im Dezember fertig werden. In vielen Dörfern jedoch hat der Hausbau noch gar nicht begonnen, da kein passendes Land zur Verfü-gung steht.

Anfänglich waren wir im ganzen in Mitleidenschaft gezogenen Gebiet im Einsatz, jetzt haben wir unsere Tätigkeiten auf etwa 23 Dörfer beschränkt im und um das Vika-riat Colachal. Wir konzentrieren uns dabei auf Familienbesuche und bieten den be-dürftigen Menschen in diesem Gebiet Hilfe an für die Schulbildung und Berufs-ausbildung. Wir helfen den Menschen bei der medizinischen Versorgung und beim Kauf von Fischerei-Ausrüstungen. Kürzlich haben wir den Schwerpunkt ganz leicht verschoben und zwar von der Gemeinde zur Familie. Bei den Familienbesuchen trafen wir eine Reihe der in Mitleidenschaft gezogenen Menschen an, die aus verschie-densten Gründen keine Hilfe erhalten hatten. Wir versuchen, die Vernachlässigten, die ohne Stimme, die still Leidenden, die Kranken und Witwen zu erreichen. Das erfordert eine Menge Arbeit, viele Besuche, Verifikationen, Zeit und Energie, dazu kommen Frustrationen, wenn wir mit Ungerechtigkeiten und unvernünftigen Forderungen von denen, denen es gut geht, konfrontiert werden.

Bis jetzt war es uns möglich, Schulgelder, Uniformen und Schultaschen für über 500 Kinder zu besorgen, wir finanzierten Berufsausbildungen wie Computerkurse und Nähunterricht, und stellten Gelder zur Verfügung für Studien zur Ausbildung als Leh-rerIn, IngenieurIn, Arzt/Ärztin und KrankenpflegerIn für über 200 Studenten. Durch ein günstiges Zusammentreffen war es uns möglich, am 8. September, dem Geburtstag Marias und dem Gründungstag der SVD, Fischereiausrüstungen (Motorboote und Net-ze) an 60 Familien zu übergeben.
 

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4. Ungarn MISSIONSZELTLAGER UND MISSIONSKALENDER
 

Bruder Béla Lányi, Missionssekretär der SVD-Provinz Ungarn, schreibt über zwei kürzlich durchgeführte Aktivitäten: gut besuchte Missionszeltlager und die Herstellung eines neuen Missionskalenders. Beide Aktivitäten stellen die Weltkirche in den Mittelpunkt und die Zu-sammenarbeit über ethnische und nationale Grenzen hinweg.

In diesem Jahr besuchten Rekordzahlen von Teilnehmern unsere Missionszeltlager. Aus Platzmangel konnten wir nicht alle Interessenten aufnehmen. Das Zeltlager der Kinder in Zsámbék (25 km von Budapest) nahm 250 Kinder auf, während das Ju-gend-Zeltlager in Köszeg (in der Nähe der österreichischen Grenze) zusätzlich 140 junge Menschen beherbergte. In beiden Lagern herrschte die Atmosphäre wie in Groß-familien. Wir versuchten den Teilnehmern zu helfen, sich der Einladung Gottes zur Teilnahme am Missionsdienst heute bewusst zu werden.

Was lockt sie an?, wunderte sich eine ältere Dame aus Köszeg, während sie eine bunte Gruppe junger Menschen beobachtete, die am letzten Abend unseres Jugendlagers ei-ne Prozession abhielten. Im heutigen „Leben in Komfort“ mögen manche denken, dass Religion langweilig oder altmodisch und Mission zu riskant ist. Aber diese Missions-zeltlager eröffnen eine andere Betrachtungsweise der Dinge. An diesem Abend mar-schierten wir von der riesigen Pfarrkirche von Köszeg zum Missionshaus auf dem Hü-gel. Hinter dem Kreuz ging Thomas, ein blinder Junge mit seinem einäugigen Hund, dann die anderen aus vielen verschiedenen Teilen unseres Landes. Es nahmen auch ei-ne stattliche Anzahl Vertreter der Roma-Minderheit teil, junge Menschen „aus gut ka-tholischen Familien“ und Bewohner aus staatseigenen Waisenhäusern. Junge Ordens-leute im Ordenskleid, Männer und Frauen, trugen zur Buntheit der Prozession teil. Zu-sätzliche „Farbe“ kam noch von dunkelhäutigen Asiaten, die zusammen mit den Euro-päern marschierten. Teilnehmer des Lagers und Gläubige aus der Ortschaft, Gäste aus der großen Stadt Szombathely und Pilger aus dem noch weiter entfernten Nagyatád begleiteten uns auch. Wir erlebten Weltkirche – auf ungarischem Boden.

Kürzlich hat die Provinz Ungarn unsere Wohltäter und Freunde mit einem neuen Mis-sions-Wandkalender überrascht. Er hat ihnen sofort gefallen. Wir Steyler Missionare waren noch erfreuter über die Tatsache, dass dieser Kalender eine Frucht der wach-senden Zusammenarbeit mit der benachbarten SVD-Provinz Slowakei ist. Der eigent-liche Urheber des Kalenders ist P. Martin Stefanec aus der Slowakischen Provinz. Er überließ uns freundlicherweise das Layout und die Fotos des Kalenders, damit die Mitbrüder unserer Provinz die ungarische Version mit eigenen Fotos und einigen Me-ditationen gestalten konnten. Der Kalender enthält natürlich die Feiertage und den li-turgischen Kalender Ungarns, aber wir haben auch an die ungarischen Minderheiten in den benachbarten Ländern gedacht. Da unser Missionshaus in Nitra in der Slowakei ein bevorzugter Wallfahrtsort für die dort ansässige ungarische Minderheit ist, konnten wir den Kalender am Hochfest im August dort anbieten. Obwohl die politischen Be-ziehungen zwischen den Regierungen der Slowakei und Ungarns noch recht kühl sind, können wir Missionare des Göttlichen Wortes in den beiden benachbarten Provinzen ein gutes Beispiel herzlicher brüderlicher Zusammenarbeit geben. Ich habe eine ähnli-che Zusammenarbeit mit unseren Mitbrüdern in Rumänien erfahren, als ich nach Trai-an eingeladen wurde, um bei den Vorbereitungen für die Errichtung eines Juniorats-Hauses für SVD-Studenten zu helfen. Ich wurde sehr herzlich empfangen. Ihnen allen vielen Dank für Ihr Gebet und Ihre fortwährende Unterstützung.

[Für weitere Informationen wenden Sie sich an Br. Béla unter: newlanyi@hotmail.com]

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Beiträge für das Nachrichtenblatt der SVD/SSpS – Missionsanimation können an folgende Adressen geschickt werden:

Tom Ascheman SVD

Mary John K. SSpS

SVD Generalate Mission Secretary

SSpS Generalate Mission Secretary

Divine Word Missionaries

Holy Spirit Missionary Sisters

svd.missec@verbodivino.it

Missec@pcn.net